KONF: Schreibweisen der Kritik. Eine Topographie von 1968, Bochum (28.-30.06. 2018)

Peter Brandes's picture

Internationale Tagung "Schreibweisen der Kritik: Eine Topographie von 1968"

Ruhr-Universität Bochum, 28.-30.6. 2018

Tagungsort: Beckmanns Hof

Konzeption & Organisation: PD Dr. Peter Brandes, Prof. Dr. Armin Schäfer (Ruhr-Universität Bochum)

 

Die 68er-Bewegung unterscheidet sich von den revolutionären Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor allem dadurch, dass sie sich vermehrt neuer Darstellungsformen des Protests bediente. Performative Praktiken wie Happening oder Sit-in wurden von den 68ern ebenso erprobt wie satirisch-provokative Schreibweisen in der Tradition der historischen Avantgarden. Das Experimentieren mit Formen der Satire, der Ironie, der Polemik oder des Schocks wurde zu einem Markenzeichen vieler Artikel und Flugblätter, die sich nicht nur durch ihre mediale Verfasstheit (Zeitschrift, Flugblatt), sondern auch durch das Wechselspiel mit den Medien der Massenkultur als Schreibweisen der literarischen und wissenschaftlichen Kritik auszeichneten. Diese neuen Formen der Kritik, die wesentlich durch ihre Darstellungsformen und Schreibweisen bedingt sind, bringen Metropole und Provinz in einen produktiven Austausch. Auch wenn die Brennpunkte der 68er-Bewegung in den großen Städten liegen, sind die neuen Formen der Kritik keineswegs an ihren lokalen Entstehungsherd geknüpft. Die Tagung will mit ihrem Fokus auf dem Nexus von Schreibweisen und medialen Darstellungsformen das Augenmerk auf die Funktion des Topographischen im Diskurs der Kritik lenken.

 

Programm

 

Donnerstag, 28.06. 2018

 

13:30 Uhr: Begrüßung durch den Dekan der Fakultät für Philologie Prof. Dr. Manuel Baumbach

 

13:45 Uhr: Peter Brandes / Armin Schäfer: Einleitung

 

Texte und Kritiken (Moderation: Stephanie Heimgartner)

14:00 Uhr: Thomas Hecken (Siegen): Texte zur Gewaltfrage 

 

15:00 Uhr: Susanne Komfort-Hein (Frankfurt/Main): Kritik am Werk. Alexander Kluges Geschichte(n) mit Eigensinn 

 

16:00 Uhr: Pause

 

Texte und Kritiken II (Moderation: Till Breyer)

16:30 Uhr: Monika Schmitz-Emans (Bochum): Der "Postversandroman" von Peter Faecke und Wolf Vostell

 

17:30 Uhr: Ewout van der Knaap (Utrecht): Revolutionäre Energie: Delius, McCartney und Ayler

 

 

 

Freitag, 29.06. 2018

 

Orte und Topographien (Moderation: Malte Kleinwort)

09:30 Uhr: Jörn Etzold (Bochum): Pamphlet und Potlatch:DerSkandal von Straßburg 1967

 

10:30 Uhr: Charis Goer (Utrecht): Beat in Bochum. Frank Göhres „Costa Brava im Revier“

 

11:30 Uhr: Pause 

 

12:00 Uhr: Stephan Braese (Aachen): Skandal in Aachen – Die Fluxus-Performance von 1964 als ‚Einübung’ in die antiautoritäre Bewegung 

 

13:00 Uhr: Mittagspause

 

Debatten und Diskurse (Moderation: Dorothea Walzer)

14:00 Uhr: Rembert Hüser (Frankfurt/Main): Pension Achtundsechzig

 

15:00 Uhr: Bernd Bastert (Bochum): Lyrik als Rettung für ein gefährdetes Fach? 68 und die Folgen für die Altgermanistik

 

16:00 Uhr: Pause

 

16:30 Uhr: Helmut Lethen (Wien): Das Pathos der „Entscheidung“. Ein letzter Atemzug der Heroischen Moderne

 

17:30 Uhr: Pause

 

Keynote

18:00 Uhr: Jürgen Link (Dortmund): 1968 als transnormalistisches Experiment, seine flexible Normalisierung und deren Grenzen

 

20:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen

 

 

Samstag, 30.06. 2018

Medien und Schreibweisen (Moderation: Philipp Weber)

09:30 Uhr: Peter Brandes (Bochum): „Vielleicht sind Flugblätter eben doch das Falsche!“ – Medien und Schreibweisen des Scheiterns um 68

 

10:30 Uhr: Jörg Kreienbrock (Evanston/Wien): Flickermaschinen. Das Stroboskop als Medium der Revolution

 

11:30 Uhr: Pause

 

12:00 Uhr: Thomas Wegmann (Innsbruck): Von Freiburg in den Playboy und weiter: Die Fiedler-Debatte und ihre Medien

 

13:00 Uhr: Ende der Tagung 

 

Kontakt:

Peter Brandes

peter.brandes@rub.de

http://www.komparatistik.ruhr-uni-bochum.de/tagungen/1968.html.de