CFP: Wissenschaftliches Seminar « Zeugnis und Literatur », Brüssel (31.08.2018)

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Das interuniversitäre Seminar « Zeugnis und Literatur » der belgischen Doktoratsschule 3bis, finanziert durch den Belgischen Forschungsfonds (F.R.S.-FNRS), ist daran interessiert, wie direkte oder indirekte Zeugen und Zeuginnen sich zu großen politischen Ereignissen, die das 20. und das 21. Jahrhundert geprägt haben, äußern bzw. geäußert haben. Nach einer vierjährigen Auseinandersetzung mit schriftlich verfassten Zeugnissen, insbesondere mit dem den Zeugnissen eigenen hybriden Status, der sich zwischen Fiktion und Autobiographie, zwischen Literatur und historischem Bericht bewegt, wird sich das Seminar ab diesem Jahr mit einer neuen theoretischen Annäherung an die Thematik befassen : Der Begriff Zeugnis wird mit demjenigen der Intermedialität konfrontiert, um den Gebrauch, die Verwandlungen und Anwendungen von Zeugnissen in verschiedenen Medien zu untersuchen.

So wird das Zeugnis in den bildenden Künsten (Malerei, Skulptur, Photographie), in den darstellenden Künsten (Tanz, Marionettentheater, Theater, Performance), im audiovisuellen Bereich (Kino, Radio, digitale Kunst), im Comic, in Verbindungen von Photographie und Text, in der Musik und anderen Medien untersucht werden.

Jegliches literarisches, audiovisuelles und überhaupt künstlerisches Werk bietet sich für eine Reflexion oder Analyse an, vorausgesetzt, dass darin eine Art von Zeugnis ausgedrückt oder gebraucht wird, sei es auf eine formelle oder semantische, eine strukturelle oder stilistische Weise. Neben einfachen klassischen Fallstudien werden wir Vorschläge privilegieren, die den Akzent auf eine theoretische Annäherung legen, um herauszufinden, inwieweit das Zeugnis dazu imstande ist, das Kunstwerk zu prägen, wie es sich im Werk manifestiert (durch direktes Zitat, explizite Anspielung, implizite Referenz, als kaum merkliche Anspielung, etc.) und wie es sich im Verhältnis zur Quelle verwandelt (wenn sie bekannt ist), um den Ansprüchen des Künstlers gerecht werden zu können. Das gewählte Zeugnis, das notwendigerweise individuell und autobiographisch ist, wird mit den entsprechenden historischen Ereignissen verbunden : den Kriegen, Revolutionen, Migrationen, Verfolgungen, sowie etwa politischen Systemen wie dem Totalitarismus. Wir werden uns dabei auf Zeugnisse beschränken, die sich auf das 20. und 21. Jahrhundert beziehen, hingegen gibt in Bezug auf geographische, kulturelle und sprachliche Kriterien keine Einschränkungen.

Zur praktischen Organisation

Die Vorträge sollten eine Dauer von 45 Minuten nicht überschreiten und enden mit einer Diskussion mit den TeilnehmerInnnen des Seminars.  Vorschläge und Vorträge sind auf Französisch oder Englisch einzureichen bzw. zu halten. Normalerweise finden die Seminare am Freitag um 11.00 Uhr statt, eine Mittagspause ist vorgesehen. Sie finden an der Université Saint-Louis, Bruxelles, Boulevard du Jardin Botanique 43 – 1000 Brüssel statt, das Lokal wird kurz vorher bestätigt.

Dieses Jahr sieht das Seminar die folgenden drei Sitzungen vor :

• Freitag, der 18. Mai 2018

• Freitag, der 21. September 2018

• Freitag, der 16 November 2018

Wenn Sie einen Vorschlag einzureichen wünschen, bitten wir Sie, bis zum 31. August 2018 einen Abstract (ca. 400 Zeichen) per Mail an die unten genannten OrganisatorInnen des Seminars zu schicken :

Grazia Berger (USL-B) grazia.berger@usaintlouis.be

Isabelle Meuret (ULB) isabelle.meuret@ulb.ac.be

Chiara Nannicini (USL-B) chiara.nannicini@usaintlouis.be

Hubert Roland (UCL) hubert.roland@uclouvain.be

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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