KONF: Sängerliebe – Sängerkrieg. Lyrische Narrative im ästhetischen Gedächtnis des Mittelalters und der Neuzeit, Eisenach (01.-03.06.2017)

Nikolas Immer's picture

Tagung: Sängerliebe – Sängerkrieg. Lyrische Narrative im ästhetischen Gedächtnis des Mittelalters und der Neuzeit

 

1. bis 3. Juni 2017, Haus Hainstein, Eisenach

veranstaltet von:

Dr. Nikolas Immer (Universität Trier)
PD Dr. Cordula Kropik (Universität Jena)

 

Warum interessierten sich die Meistersänger im 15. Jahrhundert für einen Sängerwettkampf, der angeblich gut 250 Jahre zuvor auf der Wartburg stattgefunden hatte? Warum verfasste Richard Wagner eine Oper auf den Minnesänger Tannhäuser, der irgendwann im Mittelalter auf Nimmerwiedersehen im Venusberg verschwunden sein soll? Welche Rolle spielte der Sängerkrieg bei der Konstitution des deutschen Nationalismus, und weshalb werden Geschichten vom Lieben und Streiten mittelalterlicher Sänger bis heute immer wieder zum Gegenstand von Romanen und Erzählungen?

Ziel der Tagung ist es, in einem interdisziplinären Gespräch der identitätsstiftenden Kraft zweier Narrative auf die Spur zu kommen, in denen sich Imaginationen lyrischer Handlungs- und Lebensweisen zu einem spezifisch ‚ästhetischen Gedächtnis‘ verdichten. Der Fokus richtet sich
damit auf ein Phänomen lyrischer Narrativität, das zugleich ein Phänomen literarischer Gedächtnisbildung ist.

 

Tagungsprogramm

Donnerstag, 1. Juni 2017

15.00 Uhr
Nikolas Immer, Cordula Kropik: Einführung

15.30 Uhr
Hartmut Bleumer (Göttingen):
Der Name der Fee. Metaphorische Transgressionen zwischen Narrativk und Lyrik

16.30 Uhr
Katharina Philipowski (Mannheim):
Gesang ohne Liebe: Warum die Minnesänger in der mittelhochdeutschen Erzählliteratur nicht von Minne singen

17.30 Uhr
Kaffeepause

18.00 Uhr
Jens Haustein (Jena):
Sängerstreit als Landesgeschichte. Der ‚Wartburgkrieg' in der Chronistik Johannes Rothes

19.00 Uhr
Cordula Kropik (Jena/Basel):
Meistersinger-historie. Cyriacus Spangenberg und der Ursprung des Meistergesangs
      
20.00 Uhr
Abendessen

 

Freitag, 2. Juni 2017

09.00 Uhr
Jesko Reiling (Bern):
Die "Zauber-Gewalt" des Tannenhäusers. Volkspoetische Prätexte als Legitimation neuzeitlicher Erzählweisen am Beispiel von Tiecks Erzählung Der getreue Eckart und der Tannenhäuser

10.00 Uhr
Cornelia Herberichs (Stuttgart):
"Wo ist die Liebe? – In der Einbildung." Mittelalterliche und romantische Konzepte von Imagination in Novalis' Heinrich von Ofterdingen

11.00 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr
Yvonne Nilges (Eichstätt):
Ästhetische Gedächtnisbildung. Legende und Mythos in Richard Wagners Tannhäuser

12.30 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Cord-Friedrich Berghahn (Braunschweig):
Travestierter Sängerkrieg. Wagners Meistersinger und die agonale Moderne

15.00 Uhr
Ariane Ludwig (Weimar):
Wagners "kühner Sänger". Tannhäuser-Variationen in Theodor Fontanes Cécile

16.00 Uhr
Kaffeepause

16.30 Uhr
Elisa Müller-Adams (Trier):
Ästhetisches Gedächtnis und Gender in Tannhäuser-Texten von Ida von Hahn-Hahn und Louise von Ploennies

18.00 Uhr
Besuch der Sonderausstellung Luther und die Deutschen auf der Wartburg

19.30 Uhr
Abendessen

 

Samstag, 3. Juni 2017

09.00 Uhr
Anja Oesterhelt (Gießen):
Friedrich Lienhards Heinrich von Ofterdingen. Sängerkrieg und völkische Bewegung um 1900

10.00 Uhr
Markus Greulich (Paderborn):
Die altprovenzalischen und die deutschen Lieder der Comtessa de Dia. Poetische Faktur und ästhetisches Gedächtnis bei Irmtraud Morgner
      
11.00 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr
Nikolas Immer (Trier):
Luther, Tod und Teufel. Ironischer Mediävalismus in Robert Löhrs Krieg der Sänger (2012)

12.30 Uhr
Abschlussdiskussion

13.00 Uhr
Gemeinsames Mittagessen

14.30 Uhr
Ende der Tagung

 

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu