KONF: Briefkultur im Jungen Wien, Wien (06.-07.06.2023)

Nicolas Paulus Discussion

Briefkultur im Jungen Wien 

Wien, 6. und 7. Juni 2023 

Österreichische Akademie der Wissenschaften, 1020 Wien, Hollandstraße 11-13, 1. Stock

Organisation: Wilhelm Hemecker (Universität Wien), Nicolas Paulus (ÖAW)

Anmeldung: nicolas.paulus@oeaw.ac.at oder Online-Formular

 

Das Symposium widmet sich einem literarischen Phänomen, das bei Schriftstellern neben dem Werk einen in mehrfachem Sinne bedeutenden Raum einnimmt. Mit Blick auf den engeren Kreis des Jungen Wien - auf Schnitzler, Hofmannsthal und Beer-Hofmann im Besonderen - werden in elf Präsentationen inhaltliche, stilistische, ästhetische und mediale Eigentümlichkeiten ihrer Korrespondenzen greifbar gemacht und reflektiert.

Dabei wird zum einen das Medium weit gefasst und so auch auf 'epistolarische' Formen wie Post- und Ansichtskarten, Telegramm, Rohrpost und sogar telefonische Kommunikation erstreckt, zum anderen der Zeitraum über die gemeinsamen Jahre der Jung-Wiener im Café Griensteidl hinaus mit in Betracht genommen.

Explizit methodologisch stehen Affekttheorie, netzwerkanalytische und avancierte computergestützte Verfahren zur Diskussion. Das Symposium geht hervor aus dem FWF-Projekt Richard Beer-Hofmann. Eine wissenschaftliche Biographie an der Universität Wien und dem Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

 

 

Programm:

Dienstag, 06. Juni:

10:00–12:30 Uhr

PANEL 1: Epistolarität im Jungen Wien

Wilhelm Hemecker (Universität Wien) und Nicolas Paulus (ÖAW): Eröffnung und Einführung

Jörg Schuster (Goethe-Universität Frankfurt): Brief-Virtuosen im Nervösen. Epistolarität im Jungen Wien

Alexander Honold (Universität Basel): Missbrauchte Liebesbriefe? Hugo von Hofmannsthal und das „thüringische Fräulein“

 

12:30–14:00 Uhr

Mittagspause

 

14:00–17:30 Uhr

PANEL 2: Epistolarische (Inter-)Medialität

Barbara Beßlich (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg): Post Scriptum. Schüttere späte Briefe im Jungen Wien und ihre medialen Konkurrenzen (Rohrpost, Telefon, Nachbarschafts- und Sommerfrischengespräche)

Julia Ilgner (Christian-Albrechts-Universität Kiel): Mehr Bild als Text. Arthur Schnitzlers Postkarten

Kaffeepause

Gregor Schima (Universität Wien): Von der Ansichtskarte zum Kunstlied: Der Kontakt Alban Bergs mit Peter Altenberg und die Orchesterlieder op. 4

 

Mittwoch, 07. Juni:

10:00–13:00 Uhr

PANEL 3: Richard Beer-Hofmann

Wilhelm Hemecker (Universität Wien): Judentum in Korrespondenzen Richard Beer-Hofmanns

Nicolas Paulus (ÖAW): „Von mir mag ich nicht schreiben“. Zur Inszenierung von Emotion und Schreib-Unlust im Briefwechsel Schnitzler-Beer-Hofmann

David Österle (Universität Wien): Liebesbriefe? Zur Funktionsweise epistolarer Kommunikation zwischen Paula und Richard Beer-Hofmann

 

13:00–14:30 Uhr

Mittagspause

 

14:30–18:00 Uhr

PANEL 4: Methodologie zur Briefforschung

Cornelius Mitterer (Universität Wien): Überlegungen zu einer Netzwerkanalyse des Jungen Wien auf Grundlage der Briefwechsel

Robert Rößler (Harvard University): „…nicht besser, als eine alte, verbogene, mit Sägespänen und rostigen Nägeln angefüllte Sardinenbüchse?“ Literaturtheoriegeleitete Modellierungsversuche epistolarer Konstellationen im Jungen Wien

Kaffeepause

Eveline Wandl-Vogt (ÖAW): „Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“ Reflexionen zum Schreiben und zur Analyse von Geschriebenem in einer postdigitalen Welt