KONF: IFK_Tagung: Heteronomieästhetik der Moderne. Jenseits literarischer Autonomie, Wien (16.06. – 17.06.2016)

Ingrid Söllner-Pötz's picture

16.–17. Juni 2016

IFK

Reichsratsstraße 17, 1010 Wien

 

Unser Verständnis der Literatur seit 1800 ist von der Vorstellung geprägt, man habe es mit ‚autonomer‘ Kunst zu tun. Die Konferenz möchte diese Einschätzung revidieren und widmet sich denjenigen Bewegungen der Moderne, die in ihren Programmen oder Praktiken von einer Fremdbestimmung der Kunst ausgehen – von ihrer ‚Heteronomie‘.

 

Die Idee von der Autonomie der Literatur prägt seit 1945 auch den Umgang mit jenen Projekten der Moderne, die in ihren Praktiken heteronom waren, bestimmt z.B. von politischer Parteiarbeit, Psychoanalyse, Wissenschaftskritik, ökologischem Wissen, historischen Archiven oder ethnologischen Beobachtungen „primitiver“ Kulturen. In der Tagung wird danach gefragt, welche Verzerrungen der modernen Programme die literaturwissenschaftliche Konzentration auf den ästhetischen Mehrwert des „Autonomen“ seit den 1950er- und dann wieder seit den 1980er-Jahren bewirkt hat. Welche Rolle haben dabei die transatlantischen Verflechtungen zwischen den nordamerikanischen und westeuropäischen Universitäten und Intellektuellenmilieus im Kalten Krieg gespielt? Und wie müsste die Geschichte der Literatur der Moderne neu geschrieben werden, wenn sie nicht mehr auf Autonomie und Selbstbezüglichkeit der Literatur als einen Gipfelpunkte der Moderne festgelegt wird?

 

IFKDo., 16. Juni 2016

10.00

 

Begrüßung

Thomas Macho

 

Einführung

Irene Albers, Marcus Hahn, Erhard Schüttpelz

 

PANEL I: VORAUSSETZUNGEN UND GRUNDLAGEN

Moderation: Helmut Lethen

10.30

 

 

11.30

 

12.00

 

 

 

13.00

Erhard Schüttpelz

Die Geburt der Moderne aus dem Geist der Fremdbestimmung

 

Kaffeepause

 

Annette Werberger

Etappen einer Ent­flechtungsgeschichte von Folkloristik und

Literaturwissenschaft im 20. Jahr­hundert

 

Mittagspause

14.30

 

 

15.30

 

 

 

 

 

     16.00

 

 

17.00

 

18.00

 

20.00

Eva Geulen

Ent -: Zur Autonomie der Heteronomie in der philosophischen Ästhetik

(Schiller, Hegel, Adorno, Agamben)

 

Kaffeepause

 

PANEL II: HETERONOMIE UM 1800

Moderation: Erhard Schüttpelz

 

David Martyn

Heteronomien der Muttersprache: Herders Idiotismus, Maimons Idiotie

 

Marcus Hahn

Wandrers Sturmlied von Goethe und die Selbstdämonisierung der Moderne

 

Zwischenresümee / Publikationsplanung

 

Gemeinsames Abendessen aller ReferentInnen/ModeratorInnen

 

IFK

Fr., 17. Juni 2016

 

 

 

09.30

 

 

10.30

 

11.00

 

 

12.00

 

 

 

13.00

PANEL III: HETERONOMIE UM 1900

Moderation: Marcus Hahn

 

Linda Simonis

Die Heteronomie des l’art pour l’art. John Keats und Théophile Gautier

 

Kaffeepause

 

Kirsten Kramer

Literatur und Ethnographie in der französischen Moderne (Chateaubriand, Michaux)

 

Irene Albers

Von der Heteronomie des Autors zur autonomen Welt der Sprache (Leiris und

Ricardou als Leser von Roussel und Mallarmé)

 

Mittagspause

 

 

 

 

14.30

 

15.30

 

16.00

 

 

 

17.00

 

 

18.00

PANEL IV: HETERONOMIE UM 1950

Moderation: Irene Albers

 

Frederic Ponten

Doktor Faustus, ein Memorandum

 

Kaffeepause

 

Jürgen Brokoff

Heteronomieästhetik und Gemeinschaftsbildung. Überlegungen zu einer theoriegeschichtlichen Konstellation (1932-1949)

 

Marcus Twellmann

Erzählen unter Stalin. Zur Heteronomieästhetik der Parteiliteratur in der SBZ

 

Ende

 

 

KONZEPTION

Irene Albers (Berlin), Marcus Hahn (Regensburg), Erhard Schüttpelz (Siegen)

 

TEILNEHMERINNEN

Irene Albers (Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, FU Berlin)

Jürgen Brokoff (Institut für Deutsche und niederländische Philologie, FU Berlin)

Eva Geulen (ZfL, Berlin / Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin)

Marcus Hahn (Institut für Germanistik, Universität Regensburg)

Kirsten Kramer (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld)

Helmut Lethen (Kunstuniversität Linz)

David Martyn (Macalester College)

Frederic Ponten (Institut für Germanistik, Universität Regensburg)

Erhard Schüttpelz (Medienwissenschaft, Universität Siegen)

Linda Simonis (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum)

Marcus Twellmann (FB Literaturwissenschaft, Universität Konstanz)

Annette Werberger (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)

 

 


Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Constanze Baum] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu