CFP: Otfried Preußler, Reichenberg/Liberec (15.2.2023)

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Für die internationale Tagung zu Leben und Werk Otfried Preußlers vom 19. bis 21. Oktober 2023 in Reichenberg/Liberec bitten wir um Themenvorschläge zu medialen und transkulturellen Kontexten in Leben und Werk des Kinderbuchautors

2023 jährt sich der Geburtstag des bekannten Kinderbuchautors Otfried Preußler zum 100. Mal. Geboren am 20. Oktober 1923 in Reichenberg/Liberec, wo er 1942 Abitur machte, kam er zur Wehrmacht und geriet an der Ostfront in sowjetische Gefangenschaft. 1949 entlassen, ging er ins bayerische Rosenheim und wurde Lehrer im benachbarten Stephanskirchen. Nach schriftstellerischen Anfängen in seiner Jugend (Erntelager Geyer, 1944) hatte Preußler 1956 seinen ersten großen Bucherfolg mit Der kleine Wassermann, basierend auf Sagen seiner böhmischen Heimatregion (Deutscher Jugendbuchpreis). Im Jahr darauf folgte Die kleine Hexe, 1962 der von bayerischen Motiven inspirierte Räuber Hotzenplotz (zwei weitere Teile kamen 1969 und 1973 heraus). Eine sorbische Sage verarbeitete der Autor hingegen in seinem Buch über den Zauberlehrling Krabat, für das er erneut den Deutschen Jugendbuchpreis erhielt. Bald schon kam es zu intermedialen Adaptionen in Hörspielen, Puppentheater und Verfilmungen (u.a. 1974 Der Räuber Hotzenplotz, 1977 Čarodějův učeň/Krabat, 2008 Krabat, zuletzt 2018 Die kleine Hexe).

Anlässlich des Jubiläums soll Otfried Preußlers Leben, sein Werk und seine Rezeption in einem breiten kulturhistorischen Kontext in einer internationalen Tagung in Reichenberg gewürdigt werden. Neben Beiträgen zu seinem (familiären) Hintergrund, seiner Jugendzeit in Reichenberg und seinen Verlags-, Übersetzungs- und Redaktionsnetzwerken(auch) während des Kalten Krieges sollen interkulturelle Kontexte in Bayern, Böhmen und der Lausitz (Der Räuber Hotzenplotz, Der kleine Wassermann, Krabat etc.) sowie die mediale Verarbeitung seiner Bücher im Mittelpunkt stehen. Die Werke für Erwachsene (Flucht nach Ägypten. Königlich böhmischer Teil, Ich bin ein Geschichtenerzähler) wären im Kontext der deutschsprachigen Vertriebenenliteratur zu betrachten. Preußlers internationale Rezeption (etwa durch Übersetzungen) auch jenseits seiner Heimatländer sind ebenso zu berücksichtigen wie die (Nicht-)Akzeptanz Preußlers in Tschechien nach 1989

Der Call for Papers richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus historischen, literatur- und kunstwissenschaftlichen sowie allgemein kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Wir bitten um Skizzen (bis zu ca. 2.000 Zeichen) für Vorträge mit einer Länge von 20 Minuten. Abstracts können auf Deutsch, Tschechisch und Englisch eingereicht werden. Bitte senden Sie die Skizze versehen mit Ihrem Namen, Ihrem Titel und dem Namen Ihrer Forschungseinrichtung und der Angabe Ihrer Forschungsschwerpunkte bis zum 15. Februar 2023 an einen der Organisatoren. Die Veranstalter tragen die Reise- und Unterbringungskosten. Eine Benachrichtigung über die Annahme des Vortrags erfolgt bis Mitte März 2023. Die Publikation der Beiträge ist vorgesehen. 

Veranstalter: 

Adalbert Stifter Verein, München; ÚČL AV ČR; Krajská vědecká knihovna v Liberci
in Kooperation mit der Technischen Universität in Liberec (tbc)

Konzeption und Organisation der Tagung:

Dr. Franziska Mayer, Adalbert Stifter Verein (mayer@stifterverein.de)

Dr. Václav Petrbok, ÚČL AV ČR (petrbok@ucl.cas.cz

Einsendeschluss für die Themenvorschläge: 15. Februar 2023

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu