CFP: XV. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), Sektion: Neues Lesen oder Lesen in der Krise? Die Digitalisierung der literarischen Lesekultur | Graz (15.11.2022)

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Sektionsleitung: Günther Stocker (Universität Wien), Gerhard Lauer (Universität Mainz), Massimo Salgaro (Universität Verona)

Ohne in die kulturpessimistische Klage vom Ende des Buches einzustimmen ist doch deutlich erkennbar, dass die alle gesellschaftlichen Bereiche betreffende Digitalisierung dabei ist, auch die Kultur des Lesens literarische Texte, wie sie sich in Europa seit dem 18. Jahrhundert entwickelt hat, in vielerlei Hinsicht zu verändern. Über die Qualität und das Ausmaß dieser Veränderungen gibt es zahlreiche pointierte Meinungen und immer wieder aufflackernde Debatten (vgl. Carr 2010, Wolf 2018, Stavanger-Erklärung 2019), aber noch wenig literaturwissenschaftliche Forschung. Während in den Erziehungswissenschaften, den Kognitionswissenschaften, der Medienpsychologie und der empirischen Literaturwissenschaft bereits eine Reihe von Studien vorliegen, hat sich insbesondere die Germanistik mit diesem Themenfeld noch kaum auseinandergesetzt. Dabei zeichnen sich

  • in den neuen Distributionsformen von Literatur über Online-Anbieter und Abonnementmodelle (z.B. Amazon Flatrate „kindle unlimited“),
  • in den neuen Lesemedien (E-Reader, Smartphones, Tablets etc.) und den ihnen inhärenten sensomotorischen Affordanzen sowie
  • in neuen Foren der Literaturkritik bzw. des Gesprächs über Literatur („social reading“ auf Blogs, Wattpad, Goodreads, Lovelybooks etc.)

auch neue Formen des Lesens, des Redens und Schreibens über Literatur ab. In unserer Sektion sollen aktuelle Forschungsergebnisse ebenso wie grundsätzliche theoretische Beiträge zur Digitalisierung der Lesekultur vorgestellt und diskutiert werden. Das kann u.a. folgende Themenbereiche umfassen:

  • Digitale Lesemedien und ihre Affordanzen
  • Praxeologien des digitalen Lesens
  • „Social Reading“ und dessen Plattformen
  • (Neue Formen der) Literaturkritik im Netz
  • Digitale Rezeptionsformen und –praktiken
  • Distributions- und Speicherformen digitalisierter Literatur
  • Leseforschung in den Digital Humanities

 

Bitte schicken Sie bis zum 15. November 2022 ein Abstract im Umfang von max. 2.000 Zeichen gemeinsam mit Angaben zu Ihrer Person an guenther.stocker@univie.ac.at. Die Sektionssprache ist Deutsch.
Bis zum 9. Dezember 2022 werden wir unter den Einsendungen eine Auswahl treffen und uns bei Ihnen zurückmelden. 

Beachten Sie bitte, dass Sie nach der Annahme Ihres Proposals bis spätestens 31.12.2022 Mitglied der IVG sein müssen, damit das Panel eingereicht werden kann.

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu