CFP: Symposium »Re-Writing the Past in the Digital Age: Perspektiven und Methoden der Journalforschung« (29.04.2022)

Lydia Rammerstorfer's picture

Zeitschriften nahmen als Forschungsobjekt, gerade in den Philologien, lange Zeit nur eine randständige Rolle ein. Sie wurden vor allem als ›ephemere Sekundärmedien‹ (Werner Faulstich) und als Fundorte bzw. Quellen unselbständig erschienener Texte angesehen. Bisweilen wurde ihnen, gleichsam als Vorform der ‚eigentlichen‘ Buchpublikationen der Status von Vorläufigkeit und Defizienz zugewiesen. Eine Aufwertung der Periodika in der Forschung setzte erst mit ihrer massenhaften Digitalisierung seit den 2000er Jahren ein. Digitale Bestände erleichtern seitdem nicht nur den selektiven Zugriff auf diese Artefakte, sondern darüber hinaus auch die umfängliche Analyse ihrer diachronen Entwicklung und mediumspezifischen Funktionalität. Ein umfassender theorie- und methodenübergreifender Austausch der Akteure, der auch dem interdisziplinären Charakter des Forschungsfeldes Rechnung trägt, steht im deutschsprachigen Raum allerdings bis heute aus. Das Symposium »Re-Writing the Past in the Digital Age: Perspektiven und Methoden der Journalforschung« soll nun nicht nur eine Bilanz der bisherigen zeitschriftenbasierten Forschung ziehen, sondern vor allem die verschiedenen Ansätze in einen projektübergreifenden Dialog bringen.

Neben Aspekten der Materialität und Medialität, etwa der Aufbereitung der Materialgrundlage, der Reflexion medienspezifischer Schreib- und Gestaltungsweisen (Serielles Publizieren, Paratexte, Text-Bild-Kompositionen) u.a. sollen auch linguistische, kultur- und sozialwissenschaftliche Theoriebezüge für die zukünftige Journalforschung (Diskurs-, Feld-, Systemtheorie, kognitionswissenschaftliche Ansätze etc.) diskutiert werden.

Das Symposium wird vom 6. bis 8. Juli 2022 in Hannover stattfinden. Dafür suchen wir (1) Fallstudien unterschiedlicher Epochen, möglichst mit der Reflexion über die Spezifik zeitschriftenbasierter Forschungsprozesse, sowie Berichte über Projekte bzw. -zusammenhänge. Abstracts für Beiträge von ca. 30 Minuten Länge senden Sie bitte bis zum 29. April 2022 an: lydia.rammerstorfer@univie.ac.at und haimo.stiemer@uni-oldenburg.de.

Außerdem gibt es eine ‚Journal-Werkstatt‘, die Nachwuchswissenschaftler:innen die Möglichkeit zur (2) Diskussion aktueller Projekte (Qualifikationsarbeiten) oder Ideen mit den Expert:innen ermöglichen soll. Vorschläge für frei gestaltbare Slots (Poster, Vorträge etc.) von 20 Minuten sowie ein Kurz-CV senden Sie ebenso bitte bis zum 29. April 2022 an: lydia.rammerstorfer@univie.ac.at und haimo.stiemer@uni-oldenburg.de.

 

Die Veranstaltung wird im Rahmen der Symposienwochen von der Volkswagen-Stiftung gefördert. Anreise- und Übernachtungskosten werden für alle übernommen. Eine anschließende Publikation der Beiträge ist geplant.

 

 

Categories: Announcement, CFP