CFP: Non-binäre Identitäten und Konzepte in Literatur, Musik und Kunst um 1900 (01.06.2022)

Anna-Katharina Gisbertz's picture

CfP Reihe „Transgressionen. Literatur, Musik und Künste um 1900“

Hg. von Anna-Katharina Gisbertz, Eva-Tabea Meineke und Gesa zur Nieden

In geistes- und sozialwissenschaftlichen Überlegungen der letzten Jahrzehnte sind zahlreiche
Dichotomien nochmal überdacht worden, um Übergänge zwischen Polaritäten oder auch die
Nicht-Relevanz binärer Denkweisen in bestimmten Situationen zu betonen. In diesem Zuge
wurden sowohl binäre Geschlechteridentitäten hinterfragt als auch Abgrenzungen von
Subjekt und Objekt oder der Gegensatz von Natur, Technik und Kultur. Mittlerweile haben
non-binäre Konzeptionen auch in literatur- und kunstwissenschaftlichen Forschungen zu
historischen Konzeptionen von Geschlecht, Natur oder Kunst Konjunktur.
Der geplante Band, der die neue Schriftenreihe „Transgressionen. Literatur, Musik und
Künste um 1900“ bei Rombach Wissenschaft eröffnen wird, soll Beiträge zu nicht-binären
Identitäten und Konzeptionen in den Künsten der Moderne von ca. 1880-1920 versammeln.
Für die Zeit um 1900 interessieren vor allem Fragen (1) nach der Dynamik bürgerlicher
Geschlechterkonzeptionen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, (2) nach Widerständen
und Resilienzen bei der Herausbildung binärer Kunstbegriffe wie elitär und populär, (3) nach
der Reformulierung von Naturästhetiken innerhalb der Kultur der Moderne oder (4) nach
internationalen Prozessen, die nationale Polaritäten unterminieren. Eine
Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann besonders durch diskursgeschichtliche
Analysen, aber auch durch theoretische Reflexionen geschehen, die das Spannungsfeld
zwischen Binarität und Nicht-Binarität für die Epoche der Moderne beleuchten. Über die
Fächer der Musikwissenschaft, der Romanistik und Neueren deutschen Literaturwissenschaft
hinaus sind Vorschläge zu den weiteren Künsten wie z.B. Film, Tanz, Bildende Kunst, Theater,
Pantomime erwünscht.
Ziel des Bandes ist, anhand der Offenlegung unterschiedlicher non-binärer Identitäten und
Konzepte die Komplexität und das Potential der künstlerischen Moderne um 1900
herauszuarbeiten, die sie zu einer Scharnierstelle der beginnenden Globalisierung und
kulturellen Diversifizierung machten.
Vorschläge in Form von Abstracts auf Deutsch oder Englisch mit max. 2.000 Zeichen Länge
und kurze Angaben zum Lebenslauf werden bis zum 1. Juni 2022 erbeten an
anna.gisbertz@tu-dortmund.de, meineke@phil.uni-mannheim.de und gesa.zurnieden@uni-
greifswald.de. Eine Rückmeldung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis zum 1. Juli 2022,
Die Abgabe der Beiträge (15-20 Seiten) ist am 15. Januar 2023 vorgesehen.
Bei Fragen kontaktieren Sie gerne die Reihenherausgeberinnen apl. Prof. Dr. Anna-Katharina
Gisbertz (Neuere deutsche Literaturwissenschaft), PD Dr. Eva-Tabea Meineke (Romanische
und Vergleichende Literaturwissenschaft) oder Prof. Dr. Gesa zur Nieden
(Musikwissenschaft).

 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

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