Tagung der Internationalen Robert-Musil-Gesellschaft 2020: «Musil (wieder) übersetzt – Musil (à nouveau) traduit – Musil translated (again)», Université de Lausanne (2.-4. April 2020)

Hans-Georg von Arburg's picture
Type: 
Conference
Date: 
August 31, 2019
Location: 
Switzerland
Subject Fields: 
German History / Studies, Humanities, Languages, Literature

Robert Musils (1880–1942) Texte, obschon zu Lebzeiten kein einziges seiner Bücher übersetzt wurde, liegen heute in über 40 Sprachen vor. Seiner Bedeutung für den deutschen Sprachraum entspricht damit international die Anzahl und Qualität seiner Übersetzungen. «Der Dichter» ist «in der Übersetzung weiter bekannt» geworden «als in der Ursprache», wie Musil selbst es 1916 voraussah. Dies ist im deutschsprachigen Raum wenig wahrgenommen worden. Musils internationale Rezeption durch Übersetzungen ist dabei vielen unbekannt geblieben, was ein konstitutiver Widerspruch für einen Autor der Weltliteratur ist, der ja auch von anderen ihrer Vertreter wie J.M. Coetzee, Bora Ćosić, William H. Gass, Milan Kundera oder Kenzaburō Ōe nie auf Deutsch gelesen wurde. Ihr Zugang geschah meistens durch Übersetzungen und Übertragungen, die oft linguistische und kulturelle Abgründe überbrücken müssen. Gleichwohl oder gerade deswegen konnten sie ihr eigenes Schreiben produktiv an Musil ausrichten und reflexiv an seinem Werk schärfen. Denn gerade die irreduzible Differenz zwischen den Sprachen und die Brüche und Abbrüche zwischen den verschiedensprachigen Texten bergen ein ästhetisch produktives Irritationspotential.

 

Musil selbst rechnete damit. Er war sich der Zirkulation von Literatur in Übersetzungen und ihres Erfolgs durch Übersetzungen sehr genau bewusst. Zusammen mit seiner vielsprachigen Ehefrau Martha diskutierte er intensiv übers Übersetzen und qualifizierte in Rezensionen und Lektürenotaten Übersetzungen als gelungen oder problematisch. Als Leser zeitlebens auf sie angewiesen, erkannte Musil, dass der Schriftsteller auch in der eigenen Sprache immerzu eine fremde verwende: «Das Verhältnis zwischen Sprechen u. Verstehen, Übersetzen aus einer u. in eine fremde Sprache findet sich auch in der eigenen. […] Der Schriftsteller im Verhältnis zum Leser schreibt eine Fremdsprache.» Damit formulierte er eine Einsicht in das „understanding as translation“ lange vor George Steiners After Babel und auch früher noch als Walter Benjamins Aufgabe des Übersetzers, der den fremden Text in der eigenen Sprache zur Entfaltung bringen soll. Musils Schreiben ist bei aller Einsprachigkeit daher immer auch unter dem Paradigma der Übersetzung zu verstehen.

 

Stimmt diese Einschätzung, dann ist die literarische Bedeutung Musils nur durch eine genaue Untersuchung seiner vielfältigen Rezeption gerade außerhalb des deutschen Sprachraums und insbesondere durch den sorgfältigen Vergleich seiner Übersetzungen in andere Sprachen zu ermessen. Dabei wird dieser Vergleich umso aufschlussreicher, je mehr Übersetzungen ein Text in eine oder unterschiedliche Zielsprachen aufweist. So hat etwa Peter Henninger 1988 in einer berühmten Modellanalyse einer Passage aus Musils Portugiesin anhand von 15 Übersetzungen in zwölf Sprachen gezeigt, wie sich bei semantisch ‹instabilen› Stellen Übersetzungsschwierigkeiten häufen und dadurch einen ‹verborgeneren› Sinn im Ausgangstext zugänglich machen. Peter Utz ist 2007 im wichtigsten jüngeren Beitrag zum Thema noch einen Schritt weitergegangen, wenn er die Übersetzungen des Mann ohne Eigenschaften in einen gleichberechtigten Dialog mit dem ‹Original› treten lässt, der in dieses hinein- und zugleich darüber hinausführt. Überhaupt scheint es eine Besonderheit von Musils Werk zu sein, semantische Überschüsse und Leerstellen in einem fortwährenden Bedeutungszuwachs gerade auch in den Übersetzungen lesbar zu machen. So gesehen nehmen ‹transgressive› Musil-Übersetzungen und Theoriebildungen zu Musil-Übersetzungen nur eine Suchbewegung auf, die schon Musils Texte selbst enthalten und auslösen. Der Übersetzungsvergleich erschließt demzufolge eine genuine Dimension von Musils eigener Poetik. Es scheint daher sinnvoll, das Transgressionspotential vorliegender Musil-Übersetzungen viel allgemeiner zu nutzen. Das Untersuchungsfeld wäre entsprechend auf ein größeres Textkorpus und auf eine größere Vielfalt von Sprachen auszudehnen. Denn Übersetzungsvergleiche, die mehr als drei Sprachen einbeziehen und translations- wie literaturwissenschaftlich auswerten, liegen für Musil bislang kaum vor. Dafür scheint der Zeitpunkt gerade jetzt günstig, ist doch mit Auslaufen der Urheberrechte gegenwärtig eine nicht nur intensivierte, sondern auch extensive und unkontrollierte Übersetzungstätigkeit zu beobachten.

 

Die IRMG-Tagung 2020 «Musil (wieder) übersetzt – Musil (à nouveau) traduit – Musil translated (again)» in Lausanne setzt sich das doppelte Ziel einer werkinternen und mehrsprachigen Erweiterung der übersetzungswissenschaftlichen und übersetzungspraktischen Auseinandersetzung mit Musils Werk. Sie baut auf den Fragestellungen und Erkenntnissen in diesem Bereich auf, die bisher in der Musilforschung eher marginal geblieben sind, um sie auf eine breitere Textbasis zu stellen und ins Zentrum der methodischen Reflexion zu rücken. Mit der Klagenfurter Ausgabe und Musil Online sind dafür inzwischen auch optimale materielle Bedingungen gegeben. Die hohe Anzahl von Übersetzungen und insbesondere von Mehrfachübersetzungen bei Musil stellt im übrigen eine hervorragende Grundlage für übersetzungswissenschaftliche bzw. komparatistische Makro-Analysen und Large Corpus-Analysen dar. Dadurch wird ein produktiverer Umgang mit den vorliegenden Übertragungen im Sinne neuer quantitativer und empirisch ausgerichteter Verfahren der Digital Humanities möglich. Im Idealfall können die Ergebnisse des übersetzungswissenschaftlichen Ansatzes in der Musilforschung auf die Übersetzungswissenschaften zurückwirken und gleichermaßen zukünftige Musil-Übersetzerinnen und -Übersetzer animieren und neu informieren.

 

Die Lausanner Tagung soll nicht zuletzt dazu beitragen, die internationale Musil-Community außerhalb des deutschsprachigen Raumes besser zu vernetzen und das Autorenportal Musil Online zu einer vielsprachigen Internetplattform auszubauen. Sie versteht sich insofern als Forschungsinitiative, die aktuelle Übersetzungen mit früheren Übersetzungs- und Rezeptionsbeispielen in einen produktiven Dialog bringt und diesen in Text- und Bilddokumenten allgemein und einfach zugänglich macht. Abgesehen von der geographischen Nähe zu Musils letztem Wohnort Genf bietet der Tagungsort Lausanne dafür eine ideales kulturelles und akademisches Umfeld. Hier ist mit dem dritten Band des Mannes ohne Eigenschaften 1943 nicht nur die erste Nachlasspublikation Musils erschienen und wurden mit Philippe Jaccottets frühen französischen Übersetzungen Marksteine der internationalen Musilrezeption gesetzt, von denen weitere Übersetzungen (wie etwa ins Portugiesische) ausgegangen sind. Mit dem Centre de traduction littéraire existiert an der Universität Lausanne auch ein Kompetenzzentrum für literarisches Übersetzen und dessen rezeptionsästhetische und -praktische Erforschung, dessen internationale Vernetzung beste Voraussetzungen für die genannten Tagungsziele bietet.

 

Mögliche Themen und Fragestellungen sind u.a.:

  • Musil-Übersetzungen zu Lebzeiten: (verhinderte) europäische und internationale Rezeption;
  • Internationale Musil-Rezeption der Gegenwart;
  • Positionierungen im jeweiligen Bildungs- und Verlagssystem;
  • Musil in ‹kleinen› Sprachen und Literaturen (Musil als Geheimtipp);
  • Re-translating Musil: Mehrfachübersetzungen als hermeneutische Herausforderung und ökonomische Realität (Besonderheit nationaler Märkte);
  • Close Reading und Small Scale Analysis: hermeneutische und poststrukturalistische Analysemöglichkeiten
  • Distant Reading und Large Scale Analysis: empirische Ansätze und Korpusanalysen;
  • Übersetzungsderivate: Welche Musil-Texte in welchen Sprachen fehlen und warum?

 

Tagungssprachen:

Deutsch, Französisch, Englisch.

 

Publikation:

Die Veröffentlichung (peer reviewed) von ausgewählten Beiträgen im Musil-Forum (De Gruyter) ist geplant.

 

Bewerbungen:

Abstract von max. 500 Wörtern bis 31. August 2019 an jeweils alle drei Organisierenden (E-Mail).

 

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Les textes de Robert Musil (1880–1942) se lisent aujourd’hui dans plus de 40 langues, bien qu’aucun de ses livres ne fut traduit de son vivant. Le nombre et la qualité de ces traductions sont donc aussi importants sur le plan international, que son œuvre l’est pour la culture germanophone. En 1916 déjà, Musil constatait que « le poète est devenu plus connu à travers ses traductions qu’il ne le fut dans sa langue originale », mais le fait que ce constat s’applique aujourd’hui à ses propres textes n’a encore guère été reconnu par les lecteurs et critiques allemands. La réception internationale de Musil par le biais des traductions est passée quasiment inaperçue, contradiction évidente pour un auteur de la littérature mondiale qui a été lu en traduction par d’autres grands écrivains internationaux comme J.M. Coetzee, Bora Ćosić, William H. Gass, Milan Kundera ou Kenzaburō Ōe. Ces-derniers ont dû franchir un fossé linguistique et culturel afin d’avoir accès à ses textes, et ont pourtant fini par orienter leur propre écriture et leur réflexion poétique à l’œuvre de Musil. En effet, c’est précisément l’irritation suscitée par la différence irréductible entre les langues et l’intervalle infranchissable entre deux textes de langue différente qui recèle un potentiel esthétique propice à la production littéraire.

 

Musil lui-même était parfaitement conscient de ce fait. Il considérait déjà que la circulation d’un texte littéraire et son succès dépendaient largement de sa traduction. Il s’entretenait longuement des défis de la traduction littéraire avec son épouse polyglotte Martha et n’a eu de cesse de commenter des traductions plus ou moins réussies dans des critiques publiées ou des notes de lecture privées. Lui-même dépendant de la traduction en tant que lecteur, Musil observa que l’écrivain utilise constamment des langues étrangères dans sa propre langue : « La relation entre parler et comprendre ou, autrement dit, traduire d’une langue dans une autre se retrouve aussi dans sa propre langue. […] L’écrivain, par rapport au lecteur, utilise une langue étrangère. » Avec ce constat, Musil pré-formula l’idée du « understanding as translation », bien avant Après Babel de George Steiner et La tâche du traducteur de Walter Benjamin, qui appellent à se faire déployer le texte étranger dans sa propre langue. Tout en étant monolingue, l’écriture musilienne doit donc être comprise suivant le paradigme de la traduction.

 

Si cette impression s’avère fondée, l’importance littéraire de Musil ne saurait être mesurée que par le biais de l’analyse de sa réception à l’extérieur des pays germanophones, et moyennant une étude comparative méticuleuse de ses traductions dans d’autres langues. Cette étude sera d’autant plus instructive que le texte étudié a été traduit plus d’une fois dans une, voire dans plusieurs autres langues. Dans sa fameuse analyse modèle de La portugaise de Musil, traduite par 15 traducteurs dans 12 langues différentes, Peter Henninger a montré, en 1988 déjà, comment les difficultés se multiplient dans des passages sémantiquement « instables » et que ce sont précisément ces endroits qui sont susceptibles de dévoiler un sens caché de l’orignal. En 2007, dans l’une des plus importantes contributions sur le sujet de ces dernières années, Peter Utz est allé encore plus loin en faisant dialoguer les traductions de L’homme sans qualités d’égal à égal avec l’original, dialogue qui nous mène simultanément au cœur du roman et au-delà de ses limites. De manière générale, l’œuvre de Musil semble être caractérisée par des excédents et des trous sémantiques qui se donnent à lire par un processus de sémantisation progressive, tout particulièrement à travers ses traductions. Vu sous cet angle-là, les traductions « transgressives » de Musil et les approches théoriques qui les reflètent ne font que reprendre et prolonger une tendance déjà contenue dans et provoquée par les textes de Musil. L’analyse comparative de traductions révèle donc une dimension essentielle de la poétique musilienne et il semble de ce fait judicieux d’utiliser le potentiel transgressif des traductions existantes de manière beaucoup plus systématique. En effet, jusqu’à présent, des analyses comparatives comprenant plus de trois langues et qui en mesurent la portée théorique font défaut. Par conséquent, on étendra donc le champ d’analyse à un corpus plus large et à une plus grande pluralité de langues. La situation actuelle semble d’ailleurs particulièrement propice à une telle initiative, puisque suite au passage de l’œuvre de Musil dans le domaine public, l’activité de traduction qui l’entoure est devenue plus étendue, plus intensive et de moins en moins contrôlée.

 

Nous nous donnerons donc pour le colloque bisannuel de la IRMG 2020 « Musil (wieder) übersetzt – Musil (à nouveau) traduit – Musil translated (again) », le double objectif d’étendre l’analyse des traductions de l’œuvre de Musil à d’autres langues et de faire avancer la réflexion sur la portée théorique et les conséquences pratiques de ces travaux pour une théorie de la traduction littéraire en général. Nous nous baserons sur des résultats et des questionnements existants dans ce domaine, mais restés marginaux jusqu’ici, afin de les appuyer sur un corpus plus large, de les généraliser et de les recentrer dans la réflexion méthodologique. On disposera avec la nouvelle Klagenfurter Ausgabe et la plateforme Musil Online de deux outils précieux pour cette entreprise. En outre, le grand nombre de traductions et de retraductions de plusieurs textes de Musil représente un excellent point de départ pour des analyses macro et des analyses de corpus, dans une perspective traductologique et comparatiste. Moyennant ces outils mis à disposition par les humanités digitales, les traductions existantes seront soumises avec profit à des procédures quantitatives et empiriques innovantes. Les résultats d’une approche traductologique ainsi « augmentée » pourront idéalement avoir des répercussions sur la traductologie elle-même, et inspirer et informer les traductrices et traducteurs de Musil pour leurs futurs travaux.

 

Un autre but du colloque lausannois sera de rassembler la communauté internationale des chercheuses et chercheurs de Musil, de densifier les réseaux des musiliens en dehors des pays germanophones, et de consolider la plateforme Musil Online dans le sens d’un forum multilingue. Il se voit donc comme une initiative de recherche au sens propre du terme, qui fait dialoguer des travaux en cours avec des traductions existantes et avec d’autres documents de la réception de Musil, dialogue qu’il mettra à disposition en texte et en image pour un publique plus large. La proximité géographique du dernier domicile de Musil, à Genève, ainsi que le contexte académique à Lausanne contribuent à créer des conditions culturelles et institutionnelles idéales pour une telle entreprise. Le troisième tome de L’homme sans qualités a en effet été publié ici, à Lausanne, en 1943, comme première édition des œuvres posthumes de Musil, et Lausanne fut également le lieu d’édition des premières traductions françaises, proposées par Philippe Jaccottet et qui ont fait école dans la réception internationale de Musil (en langue portugaise, entre autres). En outre, l’Université de Lausanne héberge avec le Centre de traduction littéraire un centre de compétences en traductologie, spécialisé dans la réflexion théorique et l’analyse pratique dans le domaine, et dont le réseau national et international garantira un encadrement optimal des discussions à mener.

 

Thématiques et questions envisageables :

  • les traductions du vivant de Musil : aspects d’une réception européenne et internationale (empêchée) ;
  • la réception internationale contemporaine de Musil ;
  • le positionnement des traductions de Musil dans le système académique et éditorial des langues et cultures cibles ;
  • Musil dans les langues et littératures dites « mineures » (Musil comme astuce)
  • traduire Musil à nouveau : la traduction multiple de textes musiliens comme défi herméneutique et comme réalité économique (spécificité des marchés nationaux) ;
  • du close reading à la small scale analysis : analyses herméneutiques et poststructuralistes ;
  • du distant reading à la large scale analysis : approches empiriques et analyses de corpus ;
  • traductions dérivées : quel texte manque dans quelle langue et pourquoi ?

Langues :

Allemand, Français, Anglais.

 

Publication :

La publication (peer reviewed) d’un nombre de contributions sélectionnées est prévue dans Musil-Forum (De Gruyter).

 

Proposition de contributions :

Abstract de 500 mots maximum à adresser jusqu’au 31 août 2019 aux trois organisateurs (e-mail).

 

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The texts of Robert Musil (1880–1942) are available in over 40 languages even though none of his books were translated during his lifetime. Musil translations correspond both in number and quality with his significance for the German-speaking audience. “The Poet has become better known in translation than in the original language”, as Musil himself anticipated it in 1916. This has gone largely unnoticed in the German-speaking world. The international reception of Musil’s work via translation has therefore not become well-known, which constitutes a contradiction for an author who was never read in German by other representatives of so-called ‘World literature’, such as J.M. Coetzee, Bora Ćosić, William H. Gass, Milan Kundera or Kenzaburō Ōe. Their approach was possible through translations, which often have to bridge linguistic and cultural discrepancies. Nevertheless, or perhaps precisely because of his, they managed to direct their own creative output towards Musil and won their focus on his work. It is therefore precisely the irreducible differences between languages and the disruptions as well as interruption between different language texts that constitute an aesthetically productive potential for irritation.

 

Musil himself anticipated this. He was well aware of the circulation of various bodies of literature in translation and their success through translations. Together with his multilingual wife Martha, he posited in reviews and reading notes the problem of translation and the evaluation of translations as either felicitious or problematic. As a reader who depended on translations throughout his lifetime, Musil realized that the author as well is always using a foreign language in his own language:The relationship between speaking and understanding, translating from and into a foreign language can also be found in one’s own. The writer in relation to the reader writes a foreign language.” He thus formulated an insight into “understanding as translation” long before George Steiner’s After Babel and even earlier than Walter Benjamin’s Task of the Translator, who was to unfold the foreign text in his own language. Musil’s writing, despite its monolingualism, can therefore always be judged by the paradigm of translation.

 

If this assessment is accurate, the literary significance of Musil can be gauged only through precise examination of his diverse reception especially outside of the German-speaking world and particularly through a meticulous comparison of Musil translations in other languages. By extension, this comparison will be all the more enlightening and informative, the more translations into a respective target language of any given text can be found. For example, in 1988 in a renowned sample analysis of a passage of The Portuguese Lady, Peter Henninger consulted fifteen translations into twelve languages in order to demonstrate how the challenges of translating accumulate into semantically volatile passages, thus exposing a “hidden meaning” in the source. In 2007, Peter Utz took this one step further, namely in the most recent book on this subject, when he has various translations of The Man Without Qualities enter into an emancipated dialogue with the original text, a dialogue that both opens a way into and beyond the “original”. Comparing translations thus genuinely opens up a dimension in Musil’s own poetics. Therefore, it seems persuasive to take advantage of existing Musil translations in broader terms. The area under investigation should be extended accordingly and encompass a larger body of text and a wider variety of languages. However, comparative studies of translations that include more than three languages and take into consideration both existing research regarding the process of translating and evaluate literary studies on these translations are not readily available yet for Musil’s work. Thus it seems the time is right and ripe for this undertaking, particularly due to the increase of extensive and uncontrolled translation activity since the copyrights have expired.

 

For the IRMG conference 2020 “Musil (wieder) übersetzt—Musil (re)traduit—Musil (re-)translated” in Lausanne we have set ourselves the twofold objective of extending Musil analysis, text-immanent as well as multilingually, both on the theoretical and practical fronts of translation work. The conference builds on problems and insights in this area, which hitherto has remained marginal in Musil research, in order to place them in a wider text context and move them into the center of methodological reflection. Thanks to the Klagenfurt edition and Musil Online optimal conditions are in place as well regarding the conditions of available material. The large number of translations and particularly multiple Musil translations and re-translations provide an excellent basis for research into translating, comparative macro-analyses as well as large corpus analyses. Ideally, the results produced by translation studies in Musil research will impact on the field of translation studies and is bound to encourage and inform future Musil translators and their work.

 

One of the intended outcomes of the Lausanne conference is a contribution for better networking conditions of the international Musil community outside the German-speaking world and to expand the Musil Online portal into a multilingual Internet platform. In this respect, the conference considers itself a research initiative that puts current translations with earlier examples of translation and reception into a productive dialogue and offers easily accessible text and image documents. In addition to its geographical proximity to Musil’s last place of residence, Geneva, Lausanne offers an ideal cultural and academic environment. It is here that the third volume of The Man Without Qualities, was published in 1943 by Musil’s widow Martha, as the first posthumous Musil publication. But also Philippe Jaccottet’s early French translations have set milestones in the international reception, from which further translations (e.g. into Portuguese) have been derived. With the Centre de traduction littéraire (CTL), the University of Lausanne also has a competence centre for literary translation and its reception, practical and aesthetic research, which offers the best conditions for the aforementioned conference goals.

 

Possible topics and questions are, for example:

  • Musil translations during his lifetime: (failed) European and international reception;
  • International contemporary Musil reception;
  • Characteristics of particular education and publishing systems concerning Musil;
  • Musil in ‘small’ languages and literatures (Musil as an insider tip);
  • Re-translating Musil: Multiple translations as a hermeneutic challenge and economic reality (peculiarities of national markets);
  • Close Reading—Small Scale Analysis: Translations and their analysis possibilities;
  • Distant Reading—Large Scale Analysis: Translations and their analysis possibilities;
  • Translational desiderata: Which Musil texts are missing in which languages and why?

Conference languages:

German, French, English.

 

Publication:

A peer-reviewed publication of selected contributions is planned in Musil-Forum (De Gruyter).

 

Applications:

Paper abstract of 500 words max. until 31 August 2019 to all three organizers (via eMail).

 

Contact Info: 

Organisation: Bernhard Metz (Universität Bern/Internationale Robert-Musil-Gesellschaft IRMG), Hans-Georg von Arburg (Université de Lausanne, Section d’allemand), Irene Weber Henking (Université de Lausanne, Centre de traduction littéraire)

 

Tagungsadresse: Université de Lausanne, Section d’allemand, Bâtiment Anthropole, CH-1015 Lausanne, 

Contact Email: