Zentrum & Peripherie. Internationale Tagung des Tschechischen Germanistenverbandes

Martin Maurach's picture
Type: 
Conference
Date: 
May 25, 2016 to May 27, 2016
Location: 
Czech Republic
Subject Fields: 
Composition & Rhetoric, Linguistics, Literature, Childhood and Education, Communication

"Zentrum und Peripherie", die internationale Konferenz des Tschechischen Germanistenverbands 2016, wird von der Germanistischen Abteilung des Instituts für Fremdsprachen an der Schlesischen Universität in Opava veranstaltet. Das vollständige Tagungsprogramm mit allen Vortragstiteln sowie den Namen der Referentinnen und Referenten kann auf der Website <www.opava2016.cz> eingesehen werden. Das Programm gliedert sich in die folgenden fünf Sektionen:

Die deutsche Sprache: Zentrum und Peripherie

Jede Sprache ist ein dynamisches System. Deswegen interessieren sich die Sprachwissenschaftler besonders dafür, welche sprachlichen Einheiten im Zentrum des Sprachsystems stehen und welche eher peripher sind. Außerdem stellt sich immer wieder die Frage, welche areale / staatliche / regionale Varietät im DaF-Unterricht Gegenstand und zielsprachliche Norm sein sollte, und welche Rolle funktionale und soziale Varietäten im 'Gefüge' der Sprache und im Unterricht spielen.

Korpuserstellung und -analyse

Die korpuslinguistische Sicht auf die Theorie von Zentrum und Peripherie bietet viele neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der germanistischen Forschungen. In der Korpuslinguistik sollte das Prinzip gelten, dass für jedes Projekt ein eigenes Korpus erforderlich ist, auch wenn man auf vorhandene Korpora zurückgreift. Dank korpuslinguistischer Forschungen können Daten über die funktionale Belastung von verschiedenen grammatischen Phänomenen und lexikalischen Einheiten gewonnen werden. Auf diese Weise zeigt sich deren Ort im Zentrum oder an der Peripherie des Sprachsystems. Anhand von konkreten Projekten und Analysezielen sollte dieses Prinzip erörtert werden, wozu auch sog. große und kleine Korpora als ein oft diskutiertes Problem gehören.

Literatur interkulturell vs. transkulturell

Inter- und Transkulturalität sind in Kultur und Literatur wichtige Phänomene. Schwerpunkt der literaturwissenschaftlichen Forschung sind z.B. die "inter- oder transkulturelle Literatur", der "Kulturtransfer" oder der "transkulturelle Vergleich". Auch in der Sprachwissenschaft hat das Thema in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Hier sind es vor allem Themen wie Sprachkontakt und Sprachvergleich, die untersucht und analysiert werden. Welche Rolle spielen Zentrum und Peripherie der beteiligten Systeme beim kulturellen Austausch, und / oder wie beeinflussen sie sich gegenseitig? Transkulturalität oder eine 'transkulturelle' Gesellschaft sollen die Hierarchie von Zentrum und Peripherie auflösen und Austausch sowie Neuformierung von Kulturelementen egalisieren. Wie lässt sich transkulturelle Literatur definieren und beschreiben - biographisch, historisch, strukturell? Welche Beiträge könnten Sprache und Literatur zum Entstehen transkultureller Gesellschaften leisten?

Kanon und Norm in Literatur und Literaturdidaktik

Kanones und Normen sind umstritten und wandeln sich. Bestimmte Gruppen - z.B. Vertreter/innen einer feministischen Textbetrachtung - stellen Gegenkanones zu den 'etablierten' auf; im Literaturunterricht konkurrieren Kompetenzorientierung und 'offener Diskurs' mit festen Lektürekanones. Kanones und Normen sollen kulturelle Identitäten sichern. Haben sie nur pragmatische Geltung als 'notwendige Übel' - oder worin wird die Bedeutung von Kanones und Normen in den germanistischen Teilfächern in der Zukunft liegen? Welche Normen spielen im Fremdsprachenunterricht die zentrale Rolle, und von wem werden die Normen und Kanones festgelegt?

Fehler und ihre Behandlung

Das Thema 'Fehler' ist eine fächerübergreifende Problematik, mit der sich neben Linguisten, Pädagogen, Didaktikern auch Soziologen und Psychologen beschäftigen. Moderne Untersuchungen suchen z.B. Antworten auf die Fragen, was die Ursachen von Fehlern sind, und wie man sie klassifizieren kann. Man stellt sich auch die Frage, ob Fehler immer negativ zu betrachten sind, oder ob sie beim Lernen und Lehren auch von Nutzen sein können. Gibt es 'große' und 'kleine Fehler?' Wie ist das Verhältnis von System, Norm und Praxis? Welche Funktion können Fehler in (literarischen) Texten haben?

Contact Info: 

Organisationskomitee:

Mgr. Miroslav Urbanec Ph.D.

opava2016@gmail.com

doc. PhDr. Gabriela Rykalová, Ph.D.

gabriela.rykalova@fpf.slu.cz

doc. Dr. phil. Veronika Kotůlková

veronika.kotulkova@fpf.slu.cz

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