ANN: “Heimat and Memory Today”: IV. Conference on literary representations of Homeland in recent German-speaking Literature

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Type: 
Conference
Date: 
September 25, 2019 to September 27, 2019
Location: 
Spain
Subject Fields: 
German History / Studies, Literature

Deutsch:

 

„Heimat und Gedächtnis heute“: IV. Fachtagung zu literarischen Repräsentationen von Heimat in der aktuellen deutschsprachigen Literatur



25.-27. September 2019
Universität des Baskenlandes, Vitoria-Gasteiz, Spanien

 

 

Ziel der ausgerufenen Tagung ist die Erkundung des Gedächtnisses in den literarischen Repräsentationen von Heimaträumen in der aktuellen deutschsprachigen Literatur. Angesichts der rasanten Entwicklung des Heimatkonzeptes, welches, einst als Garant der Geborgenheit und des Vertrauten verstanden, parallel zur historischen Entwicklung des 20. Jh. in ein mehrschichtiges multidimensionales Konstrukt überging, ist es heutzutage und vor dem Hintergrund der dargelegten Gesellschaftsdiagnose berechtigt, Heimat mit der semantischen Konstellation von Erbe, Gedächtnis und Emotionen zu begegnen. Wichtig wäre dabei zu vermeiden, (erneut) in bipolare Konzeptualisierungen (etwa Heimat-Antiheimat, Vergangenheit-Gegenwart) und eine Auffassung von Gedächtnis als stabilem, abgegrenztem und kohärentem Raum zu verfallen.

 

Verflechtungen, Schichtungen und Verschiebungen des Begriffs von Heimat, verstanden als dynamisches und komplexes Raumkonstrukt, das aus sozialen und symbolischen menschlichen Interaktionen hervorgeht (Morley, Eigler, Gebhard et al., Blickle, Eichmanns/Francke), stehen seit Jahren im Zentrum des Interesses unserer Forschungsgruppe an der Universität des Baskenlandes, welches sich in mehreren Forschungsprojekten (aktuelles Projekt “Historical memories answered” MINECO FFI2017-84342-P) und drei Tagungen in Vitoria-Gasteiz (2013, 2015 und 2017) herauskristallisierte.

 

Die dabei errungenen Erkenntnisse führten dazu, die Rolle von Gedächtnis bei der Konzeptualisierung von Heimat stärker in den Mittelpunkt unserer Überlegungen zu rücken. Dieser vernetzte Fokus von spatial turnemotional turn (vgl. Lehnert 2011) und kulturellem Gedächtnis (Aleida und Jan Assmann 2006, 2008, 2011; Erll 2011) auf Heimat erweist sich als besonders interessant für unsere Analyse, denn das Konzept Heimat ist in seiner Verbindung mit Gedächtnisdiskursen in der deutschen Gesellschaft genauso problematisch, vielschichtig und emotionsbeladen wie z. B. der entsprechende baskische Begriff aberria in der baskischen Gesellschaft.


Vor diesem Hintergrund wollen wir nun zum vierten Mal nach Vitoria-Gasteiz einladen, um weiterhin unseren Beitrag zur internationalen Debatte zu leisten sowie den Kontakt zu Forschungsgruppen mit verwandten Interessen aufzunehmen bzw. aufrechtzuerhalten und zu intensivieren. Aus diesem Grunde organisieren wir vom 25.—27. September 2019 die nächste Fachtagung, diesmal zum Thema „Heimat und Gedächtnis heute“: literarische Repräsentationen in der aktuellen deutschsprachigen Literatur.


Anlass zu diesem thematischen Vorschlag bietet zunächst einmal die aktuelle Gesellschaftsdiagnose. In unserer globalen Gegenwart hat der Einfluss der Emotionen zur Mitgestaltung des Gedächtnisses und der Realität außerordentlich zugenommen. In diesem Zusammenhang tut es Not, so unser Standpunkt, die Analyse der emotionalen Dimension bei der Gestaltung von Identitäten und Heimaträumen in unabdingbarer Korrelation mit Parametern der Konfigurationen von Gedächtnis durchzuführen. Literarische und Kunstdiskurse schaffen kollektive Abbilder der Vergangenheit, sie stellen vorenthaltene Erinnerungen wieder her und tragen so u.a. zur Versöhnung zwischen Gegenwart und Vergangenheit bei. Daher beschäftigt sich das kulturelle Gedächtnis nicht nur mit der Vergangenheit, sondern es wirkt sich auch direkt auf den Aufbau der gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft aus und sein Beitrag zum Begriff Heimat verdient eine sorgfältige Untersuchung.

 

Wir gehen von der Auffassung des Gedächtnisses als eines Konstruktionsprozesses aus, wobei Bedeutung aus Erfahrungen, Kenntnissen und Identität(en) der Vergangenheit entsteht. Es handelt sich dabei um einen individuellen Prozess, der allerdings auch durch kollektives Erinnern konditioniert ist. Das kollektive Gedächtnis wird seinerseits durch das individuelle Erinnern beeinflusst. Aleida und Jan Assmann betonen darüber hinaus in ihren Betrachtungen zum kommunikativen und kulturellen Gedächtnis die relevante Rolle von Emotionen als Mitgestalter von Bedeutungen (Aleida Assmann 2015). Dazu kommt, dass Jan Assmann Gedächtnis als das Wissen über sich selbst in einer diachronischen Dimension, d.h. als das Wissen über die eigene diachronische Identität konzipiert, sei es Identität als Einzelperson oder als Familienmitglied, als Mitglied einer Generation, einer Gemeinschaft, einer Nation oder einer kulturellen und religiösen Tradition (Jan Assmann 2008, 114). Diese drei für die Gedächtnisauffassung zentralen Elemente (der sich gegenseitig konditionierende individuelle und kollektive Prozess, die entscheidende Rolle von Emotionen und die direkte Verbindung zur Identität in einer diachronischen Dimension) erweisen sich zugleich als entscheidende Schlüssel für eine kritische Betrachtung des Konzeptes Heimat.

 

Marianne Hirsch ergänzt diesen theoretischen Rahmen zu Gedächtnis mit dem Begriff "Postmemory", der als Verbindung zwischen einem bestimmten traumatischen bzw. relevanten Ereignis der Vergangenheit (z.B. Nazionalsozialismus, Holokaust, Kriege, DDR-Vergangenheit) und jüngeren Generationen, die es nicht erlebt haben, zu verstehen ist. Diese späteren Generationen werden durch vererbte Erinnerungen, Geschichten, Bilder und Verhaltensweisen geprägt, die direkt bzw. indirekt, vielleicht nicht verbalisiert, aber immer emotionsbeladen die Traumata und Konflikte der Vergangenheit projizieren (2012, 33).

 

 

 Konferenzsprache: Deutsch

 

Key-note Speaker:

 Prof. Dr. Thomas Anz (Phillips-Universität Marburg)

Prof. Dr. Raul Zelik (freier Schriftsteller und Übersetzer)

 

 

 

ANMELDUNG bis zum 15. Sept. 2019:

 

Anmeldegebühr:

30 Euro für ZuhörerInnen

20 für Bachelor StudentInnen

 

per Überweisung auf das Konto der Universität des Baskenlandes:

 

IBAN: ES46 2095 0292 98  3239000486

BIC/SWIFT: BASKES2BXXX

 

Bitte im Überweisungsformular angeben:

 

• Name des Zahlers: [Ihren Namen]

• Zahlungsempfänger: UPV/EHU, Dpto. Filología Inglesa y Alemana

• Verwendungszweck: Tagung HGH

 

Bitte senden Sie an die Adresse heimattagungupvehu@gmail.com den Überweisungsbeleg per E-Mail mit folgender Informationen zu:

 

NAME

FAMILIENNAME

UNIVERSITÄT

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Weitere Infos und Programm: https://tagunghgh2019.wordpress.com/



Wissenschaftlicher Beirat:
Dr. Withold Bonner (Tampere University)

Prof. Dr. Thomas Anz (Phillips-Universität Marburg)

Dr. Sabine Eggers (Mary immaculate College, Limerick)

Dr. Carme Bescansa (Universität des Baskenlandes)

Dr. Garbiñe Iztueta (Universität des Baskenlandes)Prof. Dr. Mario Saalbach (Universität des Baskenlandes)
cand. phil. Iraide Talavera (Universität des Baskenlandes)



Organisationskomitee:

Dr. Garbiñe Iztueta garbine.iztueta@ehu.eus
Dr. Carme Bescansa carme.bescansa@ehu.eus
Prof. Dr. Mario Saalbach mario.saalbach@ehu.eus
cand. phil. Iraide Talavera iraide.talavera@ehu.eus

Dipl. Wirtschaftsromanistin, Daria A. Eismann heimattagungupvehu@gmail.com

 

English:

 

Heimat and Memory Today”: IV. Conference on literary representations of Heimat/Homeland in recent German-speaking Literature

 

25.-27. September 2019
University of the Basque Country, Vitoria-Gasteiz, Spain

 

 The aim of the conference is to explore the concept of memory in the literary representations of spaces of Heimat/Homeland in the German-language Literature in the new Millennium. The concept of Heimat has developed rapidly in the 20th Century: having been once understood as a shelter of security and familiarity, the historical development of the 20th Century has transformed it into a multi-layered multidimensional construct, so in the current society our research group is pleading for an approach to Heimat/Homeland with a semantic connection to meanings of heritage, memory and emotions.

Layers, shifts and twists of the concept of Heimat/Homeland, understood as a dynamic and complex construct resulting from social and symbolic human interactions, has been at the center of interest of our research group (research project “Historical memories answered” MINECO FFI2017-84342-P) and it has crystallized in the conferences held in 2013, 2015 and 2017 at the University of the Basque Country.

 

The conclusions reached led us to convey a central role to memory in the conceptualization ofHeimat/homeland. This combined focus of spatial turn, emotional turn (see Lehnert 2011) and cultural memory (Aleida and Jan Assmann 2006, 2008, 2011, Erll 2011) on Heimat proves to be particularly interesting for our analysis, because the concept of Heimat/Homeland is, as far as its connection with memory discourses is concerned, in German society just as problematic, multi-layered and emotionally charged as the corresponding Basque term aberria in Basque society.
 

We would like to invite you to Vitoria-Gasteiz for the fourth time to continue not only contributing to the international debate and but also establishing, maintaining and intensifying our contact with research groups with related interests. For this reason, we organize from 25.-27. September 2019, "Heimat/Homeland and Memory Today": Literary Representations in the recent German-language Literature.

 

The starting point will be memory as a construction process, where meaning arises from experiences, knowledge and identity(-ies) of the past. It is an individual process, nevertheless conditioned by collective memory. Aleida and Jan Assmann also emphasize the relevant role of emotions as co-creators of meanings (Aleida Assmann 2015). Jan Assmann also describes memory as the knowledge of one's own diachronic identity, be it as an individual or as a family member, as a member of a generation, a community, a nation or a cultural and religious tradition (Jan Assmann 2008, 114). These three central aspects of memory (being both an individual and collective process, the crucial role of emotions and the direct connection to identity in a diachronic dimension) also prove to be key aspects for a critical analysis of the concept ofHeimat/Homeland.

 

Marianne Hirsch offers a further step in this theoretical framework with her concept of “Postmemory”, understood as a connection between traumatic and/or relevant events of the past (National-Socialism, Holocaust, wars, GDR past) and younger generations who have not experienced it. These later generations are shaped by inherited memories, stories, images, and behaviors, which are directly or indirectly, perhaps not verbally but always emotionally charged, projecting on these later generations the traumas and conflicts of the past (2012, 33).

 

 

 Conference language: German

 

Key-note Speakers:

 

Prof. Dr. Thomas Anz (Phillips-Universität Marburg)

Prof. Dr. Raul Zelik (Writer and translator)

 

 

REGISTRATION OPEN UNTIL 15th Sept.:

 

Registration fee:

General: 30 Euro

Concession: 20 Euro for Bachelor-Students

 

Transference to account of University of the Basque Country:

 

IBAN: ES46 2095 0292 98  3239000486

BIC/SWIFT: BASKES2BXXX

 

Please fill out the following fields on the transference form:

• Name of customer: Your name

• Beneficiary: UPV/EHU, Dpto. Filología Inglesa y Alemana

• Description: Tagung HGH

 

Please send us a receipt of your transference per Mail  to the address heimattagungupvehu@gmail.com with the following information:

 

FIRST NAME

FAMILY NAME

UNIVERSITY

 

Further information and program:  https://tagunghgh2019.wordpress.com/

 

We will be glad to help you out with your questions: heimattagungupvehu@gmail.com

 

Scientific Board:
Dr. Withold Bonner (Tampere University)

Prof. Dr. Thomas Anz (Phillips-Universität Marburg)

Dr. Sabine Eggers (Mary Immaculate College, Limerick)

Dr. Carme Bescansa (University of the Basque Country)

Dr. Garbiñe Iztueta (University of the Basque Country)

Prof. Dr. Mario Saalbach (University of the Basque Country)

Iraide Talavera (University of the Basque Country)

 

Organising Committee:

Dr. Garbiñe Iztueta garbine.iztueta@ehu.eus
Dr. Carme Bescansa carme.bescansa@ehu.eus
Prof. Dr. Mario Saalbach mario.saalbach@ehu.eus
Iraide Talavera iraide.talavera@ehu.eus

Daria A. Eismann heimattagungupvehu@gmail.com

 

Contact Info: 

Organising Committee:

Dr. Garbiñe Iztueta garbine.iztueta@ehu.eus
Dr. Carme Bescansa carme.bescansa@ehu.eus
Prof. Dr. Mario Saalbach mario.saalbach@ehu.eus
Iraide Talavera iraide.talavera@ehu.eus

Daria A. Eismann heimattagungupvehu@gmail.com

Categories: Announcement