(Trans)nationale Erinnerungsräume / Les espaces de mémoire (trans)nationaux / (Trans)national Memory Spaces

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Type: 
Call for Papers
Date: 
October 1, 2022
Location: 
Germany
Subject Fields: 
Cultural History / Studies, Literature, Holocaust, Genocide, and Memory Studies, German History / Studies, French History / Studies

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(Trans)nationale Erinnerungsräume. Die deutsch-französische Freundschaft als Fallstudie für das Forschungsgebiet der memory studies

Call For Papers
Aachen, 08.-10. Mai 2023

Nach einer frühen Phase, in der die memory studies den Nationalstaat mehr oder weniger als zentralen Produzent von Gedächtnis betrachteten (M. Halbwachs, A. und J. Assmann, P. Nora), haben die politischen und demographischen Entwicklungen der Nachkriegszeit zu einer intensiveren Analyse der konkreten bottom up Erinnerungsprozesse, die in der Zivilgesellschaft ‚organisch‘ stattfinden und im Bereich der Künste und der Literatur besonders sichtbar werden, geführt. Auf Pierre Noras statisches Konzept der (realen und metaphorischen) lieux de mémoire reagiert Michael Rothberg mit einem dynamischen Konzept: die noeuds de mémoire. Diese ‚Erinnerungsknoten‘ betonen einen Austausch zwischen Erinnerungskulturen und - subkulturen sowie eine palimpsestische Schichtung des Gedächtnisses.

Dass solche bottom-up Formationen des Gedächtnisses nicht immer eine Alternative zu nationalistischen Formationen bieten, sondern im Gegenteil selbst Ausdruck neonationalistischer Ideologien sind, haben das Ende des Kalten Krieges (und vor allem die Implosion von Jugoslawien), die Finanzkrise von 2007-2008 und deren wirtschaftliche Konsequenzen und nicht zuletzt die COVID-Krise gezeigt. In diesen Kontexten wurde das Gedächtnis für die Entfaltung von reaktionären Geschichtsrevisionen instrumentalisiert, die wiederum Gewalt – im ehemaligen Jugoslawien sogar eine genozidische Dynamik – ausgelöst haben.

Das Nationale bzw. Nationalstaatliche in der Erinnerungskultur erlebt also keine Rückkehr, sondern hat vielmehr eine kontinuierliche, wenn auch historisch variable Rolle gespielt. An dieser Stelle setzt die geplante Konferenz an, in dem sie sich dem Versuch widmet, die Wechselwirkungen zwischen einerseits dem Nationalen/Nationalstaatlichen und dem Transnationalen/Globalen und andererseits top-down und bottom-up Prozessen genauer zu beschreiben. Angedacht ist eine Fallstudie aus der Nachkriegszeit: die deutsch-französische Freundschaft, die 1963 durch die Élysée-Verträge institutionalisiert wurde. Hier findet man einen transnationalen Erinnerungsraum, der allerdings maßgeblich von zwei Nationalstaaten getragen wird. Aber man stellt fest, dass auch das Gedächtnis in diesem Kontext geschichtsträchtig ist: Diente diese Freundschaft am Anfang vor allem dem historischen Vergessen, so lautet unsere vorläufige These, dass dieser transnationale Erinnerungsraum auch – und unerwartet – in seiner internationalen Ausrichtung das Potenzial zur Aufrüttelung in einem jeweils nationalen Kontext geliefert hat: Die deutsch-französische Freundschaft wird sozusagen verkörpert durch das Ehepaar Beate und Serge Klarsfeld – sie die Tochter eines Wehrmachtsoffiziers, er ein Überlebender der Shoah, dessen Vater deportiert und ermordet wurde. Es war Beate Klarsfeld, die 1968 den Bundeskanzler und den ehemaligen stellvertretenden Leiter der Rundfunkpolitischen Abteilung im Auswärtigen Amt Kurt Georg Kiesinger öffentlich ohrfeigte; es waren die Klarsfelds, die ehemalige Täter aufspürten, um sie vor Gericht zu bringen (was nicht immer gelang).

Spätestens nach dem Barbie-Prozess in Lyon (1987) und Jacques Chiracs offiziellem Eingeständnis der französischen Komplizenschaft bei der Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung Frankreichs (1995) ändert sich der Charakter dieses Erinnerungsrahmens: Shoah und Kollaboration sind nicht länger tabuisiert. Im Zuge des postcolonial turn wird vermehrt die Multidirektionalität der Erinnerung betont und werden die deutsche Besatzung Frankreichs, die Résistance, die Deportation und der Algerienkrieg diskursiv neu verhandelt. So stößt im 21. Jahrhundert der Fall von Anne Beaumanoir, Widerstandskämpferin, Gerechte unter den Völkern und Unterstützerin der algerischen Front de Libération Nationale auf erneutes Interesse: Beaumanoir veröffentlicht 2000 ihre Memoiren; ihr Leben und Wirken ist ab der Mitte der 2010er Jahre der Gegenstand mehrerer Dokumentarfilme. Für Annette, ein Heldinnenepos – eine Allofiktion zu Beaumanoir – erhält Anne Weber 2020 sogar den Deutschen Buchpreis. Hier liegt ein Erinnerungsdiskurs vor, der – so unsere These – ohne die deutsch-französische Freundschaft nicht denkbar wäre: Nicht nur wohnt die in Offenbach am Main geborene Weber seit Jahrzehnten bereits in Paris, nicht nur schreibt sie ihre Texte auf Deutsch und auf Französisch (so auch Annette, une épopée), hier entsteht eine Verflechtungsgeschichte zwischen antifaschistischen und antikolonialen Widerstandsformen, ohne dass eine eindeutige ideologische Positionierung eingenommen würde. Die deutsch-französischen Beziehungen sind ebenfalls Gegenstand der Erzählung, und die Außenpolitik der jungen Bundesrepublik wird explizit mit den 10 Jahre später geschlossenen Élysée-Verträgen kontrastiert. Somit wird auch die deutsch-französische Freundschaft allmählich (wenn in diesem Fall noch eher beiläufig) Gegenstand von Erinnerung. Noch offensichtlicher ist dies der Fall in der Arte-Produktion Au service de la France (2015-2018), eine Parodie auf sämtliche Spionagefilme. Die Serie spielt in der unmittelbaren Nachkriegszeit und integriert den algerischen Unabhängigkeitskrieg, den Kalten Krieg, den Aufstieg Frankreichs als Atommacht sowie die Jagd auf ehemalige deutsche Kriegsverbrecher, die dann aus diplomatischen Gründen – die der deutsch-französischen Freundschaft! – einen Persilschein bekommen. Es ist übrigens bestimmt kein Zufall, dass eben diese Serie auf Arte erstausgestrahlt wurde, gilt Arte doch als kultureller Träger der deutsch-französischen Freundschaft.

Von besonderem Interesse ist zuletzt die Frage nach der Beteiligung von jüdischen Intellektuellen und Künstler*innen. Wenn die jüdische Diaspora in Europa als Verkörperung par excellence eines Europas jenseits der Nationalstaaten verstanden wird und ihr eine gewisse Europäizität zugesprochen wird, ist zu untersuchen und zu diskutieren, wie prominent ihr Platz im post-nationalstaatlichen Erinnerungsraum der französisch-deutschen Freundschaft war und ist.

Die Fragen, die wir gemeinsam diskutieren wollen, betreffen die literatur- und mediensoziologischen Voraussetzungen und die erinnerungstheoretischen Implikationen einzelner Werke der Erinnerungskultur. Diese Texte sind allerdings auch kritisch nach den Funktionen des Erinnerns zu hinterfragen. Mögliche Fragestellungen sind:

  • Welche Episoden werden zur Sprache gebracht, welche werden zu Bestsellern bzw. werden im Feuilleton begrüßt?

  • In welchen medialen Räumen ist die französisch-deutsche Freundschaft verortet, etabliert, artikuliert, und wer finanziert solche Produktionen?

  • Was wird ausgelassen? Welche Deckerinnerungen werden nach den Tabubrüchen der 1980er und 1990er Jahre weiterhin artikuliert?

  • Was zeigen uns solche Deckerinnerungen?

  • Welche Personen bzw. welche Figuren werden ausgewählt, um über die Vergangenheit (und Gegenwart?) zu sprechen?

  • Welche moralischen und ästhetischen Ambivalenzen manifestieren sich?

  • Inwiefern wird das frühe Vergessen und Verdrängen in allen Erscheinungsphänomenen (Persilscheine, Geheimdiensttätigkeit usw.) – die frühe Konstellation des Erinnerungsraumes – in späteren Phasen dieses Raumes inszeniert und repräsentiert?

  • Inwieweit manifestiert sich das jeweils Nationale in diesem transnationalen Kontext?

  • Wie werden Ressentiments vermieden bzw. reaktiviert?

  • Welche Rolle spielt Übersetzung (sprachlich wie kulturell) in solchen Vermittlungen?

  • Wie verhält sich diese Transnationalität zu einer postkolonialen, postmigrantischen Realität und zu den sozialen Phänomenen Gender und Klasse?

    Erwünscht werden sowohl theoretische Beiträge sowie Fallstudien aus den Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte. Die Tagung wird in Präsenz geplant; eine Buchpublikation wird angestrebt. Bitte schicken Sie Ihr Abstract (ca. 300 Wörter) für einen 25-minütigen Vortrag sowie Ihre Kurzvita auf Deutsch, Englisch oder Französisch bis zum 01.10.2022 an t.vanassche@germlit.rwth-aachen.de. Eine Rückmeldung folgt bis zum 01.11.2022.

Les espaces de mémoire (trans)nationaux. L’amitié franco- allemande comme étude de cas pour les études de mémoire interdisciplinaires (memory studies)

Appel à communications

Aix-la-Chapelle, 8-10 mai 2023

Au début des études de mémoire interdisciplinaires (memory studies), l’état-nation était considéré d’être l’institution la plus essentielle pour la formation de la mémoire (M. Halbwachs, A. et J. Assmann, P. Nora). Cependant, les développements politiques et démographiques dès 1945 ont demandé une réévaluation de l’état-nation : ce sont de plus en plus les processus bottom-up, se déroulant de façon « organique » dans la société civile (et surtout dans la littérature et les arts) qui attirent l’attention académique. Michael Rothberg, par exemple, répond aux lieux de mémoire de Nora, étant un concept statique, avec son concept dynamique des nœuds de mémoire. Ces nœuds mettent l’accent sur l’échange interculturel et sur la structure palimpsestique de la mémoire.

Certes, de telles formations bottom-up ne sont pas toujours une alternative à la mémoire national(ist)e, mais expriment parfois des idéologies neonationalistes, comme l’illustrent la fin de la Guerre Froide (notamment l’implosion de la Yougoslavie), la crise financière de 2007-2008 (et ses conséquences économiques) et la crise sanitaire (COVID-19). Dans ces contextes, la mémoire a été instrumentalisée pour la perpétuation des révisions d’histoire réactionnaires, qui en revanche ont mené à la violence, voire au génocide dans le cas de la Yougoslavie. Le nationalisme et l’état- nation ne sont pas de retour dans les cultures de commémoration ; plutôt, les interactions entre le national et le transnational sont soumises aux variations historiques. Notre conférence désire intervenir à ce point en analysant les interactions entre, de l’un côté, le national et le transnational et, de l’autre côté, les processus de mémoire bottom-up et top-down.

Notre étude de cas est l’amitié franco-allemande, institutionalisée dans le traité de l’Élysée en 1963. Cette amitié diplomatique a créé un espace de commémoration transnational tout en étant la création de deux états-nations. Cependant, dans ce contexte-là, la mémoire est chargée d’histoire : si, au début, cette amitié a surtout servi l’amnésie et la répression de la mémoire, notre hypothèse est que l’orientation internationale de cet espace commémoratif a, de façon inattendue, donné une voix aux ébranlements dans les contextes nationaux. L’amitié franco-allemande est incorporée, on ose dire, par Béate et Serge Klarsfeld – elle, la fille d’un officier de la Wehrmacht, qui a giflé le Bundeskanzler, Georg Kiesinger (qui était un fonctionnaire de haut rang sous Joachim von Ribbentrop), en 1968 en plein public ; lui, le survivant à la Shoah mais fils d’un père déporté et assassiné à Birkenau. Ensemble, ils ont traqué des bourreaux nazis pour qu’ils fassent face à la justice (même si ces efforts n’étaient pas toujours réussis).

Au plus tard dès le procès-Barbie (1987) et la déclaration de Jacques Chirac quant à la complicité des gendarmes et bureaucrates français dans la déportation des Juifs vivants en France (1995), le caractère de cet espace commémoratif change : ni la Shoah, ni la collaboration n’est plus taboue. Dans un moment postcolonial, la mémoire est attestée d’être multidirectionale et le complexe « occupation allemande – Résistance – déportation – guerre d’indépendance algérienne » est renégocié dans le discours académique et politique. C’est ainsi que le cas d’Anne Beaumanoir, résistante, Juste parmi les nations et supportrice de la Front de Libération Nationale est redécouvert : Beaumanoir publie ses mémoires en 2000 et est le sujet de plusieurs films documentaires dès le milieu des années 2010. En 2020, Anne Weber reçoit le Deutscher Buchpreis pour Annette, ein Heldinnenepos – une allofiction sur Beaumanoir. Notre thèse est que ce texte nous offre un discours de commémoration qui est impensable dehors de l’amitié franco-allemande. Non seulement l’auteure, née à Offenbach-sur- le-Main vit depuis des décennies à Paris, non seulement écrit-elle ses textes en allemand et en français (Annette, une épopée) ; mais ce texte consiste d’une histoire croisée intégrant la résistance antifasciste et la résistance anticoloniale – sans qu’une position idéologique soit explicitement propagée. Mais les relations franco-allemandes des années 1950 sont également discutées, et la politique étrangère ouest-allemande est contrastée à l’esprit du traité de l’Élysée signé d’une dizaine d’années plus tard. Ainsi, l’amitié franco-allemande elle-même devient de plus en plus l’objet de la commémoration. Si, dans Annette, cela se manifeste plutôt en passant, c’est plus relevant dans la série parodique Au service de la France, diffusée originalement par ARTE (2015-2018). Vu qu’Arte est considéré comme un des « passeurs culturels » de l’amitié franco-allemande, cela n’est certainement pas une coïncidence.

Nous sommes particulièrement intéressés au rôle des artistes et intellectuels juifs. Si l’on accorde une « européanité » au-delà des frontières nationales à la diaspora juive en Europe, il faut examiner et discuter la prominence de sa place dans l’espace de commémoration postnational qui est l’amitié franco-allemande.

Les questions que nous voulons adresser concernent la sociologie de la littérature et des médias et les implications pour la théorie de la commémoration et de la mémoire. Bien sûr, une critique des œuvres individuels et des fonctions de la mémoire est également la bienvenue.

  • Quels épisodes sont présentées, quels textes deviennent des best-sellers, lesquels parmi eux remportent des Prix ?

  • Dans quels espaces médiatiques trouve-t-on une articulation, production, circulation de l’amitié franco-allemande, et qui finance de telles productions ?

  • Quels souvenirs-écran persistent après les tabous brisés dans les années 1980 et 1990 ?

  • Qu’est-ce que de tels souvenirs-écran nous montrent ?

  • Quelles personnes historiques, quels personnages littéraires sont sélectionnés pour exemplifier l’amitié franco-allemande et son histoire ?

  • Quelle place accorde-t-on aux ambivalences morales et esthétiques ?

  • Trouve-t-on vraiment une historisation de l’amitié franco-allemande, et notamment de sa phase initiale marquée par le silence(y compris les Persilscheine et le recrutement des anciens nazis par des services de renseignements) ?

  • Comment est-ce que le national se manifeste dans ce contexte transnational ?

  • Quelle place accorde-t-on aux les ressentiments : comment sont-ils évités ou, en revanche, réactivés ?

  • Quel rôle accorde-t-on à la traduction linguistique ainsi que culturelle ?

  • Quelle est la relation de la transnationalité franco-allemande aux réalités

    transnationales postmigratoires, postcoloniales et aux phénomènes sociaux comme genre et classe ?

    La conférence est envisagée comme évènement présentiel et aura lieu à l’Université d’Aix-la-Chapelle. Nous acceptons des contributions des domaines de la critique littéraire, théorie littéraire, médiologie et des études culturelles. Une édition des contributions est envisagée.

    Les propositions de communications pour des communications de 25 minutes (environ 300 mots accompagnées d’une brève notice biographique) sont à envoyer – en français, allemand ou anglais – avant le 1 octobre 2022 à l’adresse suivante : t.vanassche@germlit.rwth-aachen.de. Notre réponse suit avant le 1 novembre 2022.

 

(Trans)national Memory Spaces. The Franco-German Friendship as Case Study for Memory Studies

Call For Papers
Aachen, 08-10 May 2023

In the early days of the field of memory studies, the nation-state was by and large assumed to be the producer of memory (M. Halbwachs, A. and J. Assmann, P. Nora), but the political and demographic developments since 1945 have urged scholars to look beyond the nation-state towards the many bottom-up processes of commemoration, which form themselves in civil society and particularly in arts and literature. For example, Michael Rothberg’s dynamic concept of noeuds de mémoire reacts to Nora’s static lieux de mémoire. These “memory knots” highlight the exchange between commemorative cultures and subcultures and lay bare the palimpsestic nature of memory (just as Rothberg’s concept of multidirectional memory does).

However, such bottom-up formations do not always offer an alternative to nationalist formations. On the contrary, the end of the Cold War (and particularly the implosion of Yugoslavia, the financial crisis of 2007-2008 (with its devastating economic fallout) and the current COVID crisis illustrate that they may articulate neonationalist ideologies. In these contexts, memory has been instrumentalised to develop reactionary visions on history, which has occasionally led to violence and in Yugoslavia even to genocide.

Therefore, we cannot really speak of a return of the national and the nationalist; rather, we consider the interplay between the national and the transnational/global to be subject to historical variation. Our conference wishes to intervene at this point by analysing and describing the dynamics between, on the one hand, the national(ist) and the transnational/global and, on the other hand, top-down and bottom-up processes of memory. Our case study is the French-German Friendship, which has been institutionalised by the 1963 Élysée Treaty. This diplomatic relation has created a transnational cultural space which is the creation of two unmistakable nation-states. Obviously, the memory developed within that framework is subject to historical change, too. While the French-German Friendship initially served the forgetting of the war and the Shoah, our hypothesis is that this transnational ‘memory space’ also – and unexpectedly – provided a framework for shattering these silences in their respective national contexts. In a way, the French-German Friendship is embodied by Beate and Serge Klarsfeld: the daughter of an officer in the Wehrmacht famously slapped the German Chancellor, Georg Kiesinger (who had been a high-level functionary under Joachim von Ribbentrop) in 1968 in public; he survived the Shoah as a child, while his father was deported and murdered. They both tracked down erstwhile perpetrators to bring them to court (but were not always successful).

By the trial against Klaus Barbie (1987) and Jacques Chirac’s speech commemorating the 1942 raid of the Vel d’Hiv (1995) the nature of this transnational friendship had changed. The Shoah and collaboration are no longer taboo. In the wake of the postcolonial turn, we speak nowadays of memory’s multidirectionality and we reassess the complex German occupation-resistance-deportation-Algerian war of independence. This is exemplified in the renewed interest for the case of Anne Beaumanoir, who was a resistance fighter, Righteous Among the Nations and later a supporter of the Algerian Front de Libération Nationale. Beaumanoir published her autobiography in 2000 and is the topic of various documentary films in the 2010s. Anne Weber even wins the 2020 Deutscher Buchpreis for Annette, ein Heldinnenepos, an allofiction about Beaumanoir. Weber offers us a discourse of memory which is unthinkable if it were not for the French-German Friendship. Not only has Weber, who was born in Offenbach am Main, been living in Paris since decades, not only does she write her texts in both languages, not only does she translate her own work (in this case: Annette, une épopée) – but her allofiction offers an histoire croisée of antifascist anticolonial resistance, albeit without subscribing to an explicit ideology. Moreover, the French-German relations in the 1950s are also addressed in her book (and explicitly contrasted to the Élysée treaty a decade later). As such, the French-German friendship becomes a topic of memory and commemoration, even if this happens fleetingly in Annette, ein Heldinnenepos. This is more outspoken in A Very Secret Service, which was first broadcast on ARTE (2015-2018) – one of the cultural communities of the French- German Friendship par excellence. This series, which parodies the action-packed espionage thriller à la James Bond, is set in the immediate postwar period and integrates the Algerian war of independence, the Cold War, the rise of France as an atomic power and the hunt for German war criminals, who, when caught, are not brought to justice but receive a Persilschein for diplomatic reasons – the French-German Friendship.

We are particularly interested in the role of Jewish intellectuals and artists in these processes. If the Jewish diaspora in Europe is to be considered the prime embodiment of a Europe beyond the nation-states, we need to analyse and discuss its prominence in the post-national framework of commemoration that was and is the French-German friendship.

The questions which we wish to discuss at the conference pertain to the preconditions of individual narratives of commemoration (sociology of literature, media sociology) and their implications for theories of memory. Critical questions about the functions of memory in case studies are equally welcomed.

  • Which episodes are articulated, which literary artefacts become bestsellers or win prestigious awards?

  • In which media does the French-German friendship manifest itself, where is it articulated, and who finances these productions?

  • Which historical events are not the subject of memory? Which screen memories persist, even after the shattering of taboos in the 1980s and 1990s?

  • What do such screen memories tell us?

  • Which historical personalities or figures are featured in order to create (trans)national memory?

  • What role does ambivalence play in the ethics and aesthetics of commemoration?

  • To what degree does the early postwar forgetting and repression (which is part of processes of commemoration) – such as the infamous Persilscheine and recruiting of erstwhile Nazis by intelligence agencies – feature in the renewed friendship?

  • To what degree do national(ist) narrative resurface in this transnational framework?

  • How are resentments avoided or, on the contrary, reactivated?

  • What is the role of (linguistic and cultural) translation in these processes?

  • How does this transnationality relate to other transnational (postcolonial, postmigratory) realities and to the social categories of class and gender?

    We look forward to both theoretical contributions and case studies from the field of literary studies, cultural studies and media studies. We are planning the conference on campus in Aachen and aim to publish a selection of the conference contributions. Please send your abstract (ca. 300 words; presentation 25 minutes) and a short cv in English, German or French to t.vanassche@germlit.rwth-aachen.de no later than 1 October 2022. We will give note of your acceptance by 1 November 2022.