BOOK Alert: Weck, Nadja. Eisenbahn Und Stadtentwicklung in Zentraleuropa: Am Beispiel Der Stadt Lemberg (Lwów, L’viv). Studien Zur Sozial- Und Wirtschaftsgeschichte Ostmitteleuropas, Band 29. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2020.

Daniela Haarmann's picture

Weck, Nadja. Eisenbahn Und Stadtentwicklung in Zentraleuropa: Am Beispiel Der Stadt Lemberg (Lwów, L’viv). Studien Zur Sozial- Und Wirtschaftsgeschichte Ostmitteleuropas, Band 29. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2020.

ISBN978-3-447-11416-5

Abstract

Das unter habsburgischer Herrschaft stehende Galizien bildete nach der Aufteilung des Staatsgebiets Polen-Litauens den nordöstlichen Rand der Monarchie. Nicht nur der Bau von großen Chausseen, sondern auch der Bau von Eisenbahnstrecken sollten Verbindungen in die Nachbarprovinzen ermöglichen und damit auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der verschiedenen Völker stärken.
Nadja Weck untersucht in ihrer Studie, welche räumlichen Veränderungen sich im Zuge der Anbindung Lembergs an das habsburgische Eisenbahnnetz ergaben. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dabei drei von der Einführung des neuen Verkehrsmittels beeinflusste Räume. Zunächst wird die galizische Landeshauptstadt in ihrem geographischen Kontext betrachtet und gezeigt, welchen Bedeutungszuwachs Lemberg im Zuge des Ausbaus zu einem Eisenbahnknotenpunkt erlebte. Der zweite Abschnitt nimmt die Stadt selbst in den Fokus und erörtert die im Zusammenhang mit der Errichtung von Bahnhöfen und innerstädtischem Gleissystem stehenden städtebaulichen Veränderungen. Im dritten Abschnitt wird der Lemberger Hauptbahnhof untersucht. Besonderes Augenmerk wird auf seine architektonische Gestaltung, sein Repräsentationspotenzial und auf die Rolle gerichtet, die er in verschiedenen literarischen Werken spielt.

 

Inhaltsverzeichnis / Table of Content

Verzeichnis der Kartenskizzen ........................................................................................ VIII

Verzeichnis der Abbildungen .......................................................................................... IX

Verzeichnis der Tabellen ................................................................................................. X

Einleitung ........................................................................................................................ 1

Verortung der Arbeit in der geschichtswissenschaftlichen Forschung ...................... 4

Die Produktion des Raumes nach Henri Lefebvre ..................................................... 10

Quellen, Methodik, Gliederung ................................................................................. 12

Forschungsstand ......................................................................................................... 14

Schreibweisen ............................................................................................................ 17

I. Abschnitt: Lemberg als Verkehrsknotenpunkt ............................................................. 19

1 Eisenbahnvisionen für die Habsburgermonarchie und Galizien: Der konzipierte Raum .......................19

1.1 Franz Riepls „Unterthänigstes Gutachten“ und sein Entwurf einer Nord-Süd-Transversale ....................... 26

1.1.1 Routenverlauf ................................................................................................ 28

1.1.2 Die Vorteile des neuen Verkehrsmittels ........................................................ 32

1.2 Engagement für Galizien: Eisenbahnvisionen galizischer Akteure .................. 38

1.2.1 Galizische Akteure und ihre Motive: Die Eisenbahn als Teil der „praca organiczna“................................................................................... 41

1.2.2 Routenverlauf: Von „Luftschlössern“ und realen Vorschlägen ..................... 44

1.2.3 Erhoffte Vorteile durch die Eisenbahn: Verbess erung der Handelsbeziehungen und wirtschaftlicher Aufschwung .......... 49

2 Habsburgische Eisenbahnpolitik – staatliche und pr ivate Initiativen: Die Herstellung des materiellen Raumes ........................................ 51

2.1 Galizien – Stiefkind staatlicher Eisenbahnpolitik? Verzögerungen des Eisenbahnbaus in Galizien in der ersten Staatsbahnepoche (1841–1854) ........ 51

2.1.1 Die Staatsbahn in der Sackgasse. Die Entwicklung seit Mitte der 1840er Jahre .................................... 60

2.1.2 Bilanz am Ende der ersten Staatsbahnepoche: Galizien in Wartestellung ..... 64

2.2 Lemberg wird vernetzt: Baufortschritte in der zweiten Privatbahnepoche (1854–1873) ....................................... 66

2.2.1 Verbindung Krakau – Lemberg im Jahr 1861: Die galizische Carl Ludwig-Bahn ................................................ 71

2.2.2 Verbindung Lemberg – Czernowitz im Jahr 1866: Die Lemberg – Czernowitz Bahn .......................................... 73

2.2.3 Verbindung Lemberg – Brody im Jahr 1869: D ie galizische Carl Ludwig-Bahn ............................................ 77

2.3 Lemberg wird Verkehrsknotenpunkt ................................................................ 85

2.3.1 Überregionale Verbindungen ......................................................................... 85

2.3.1.1 Krakau, Wien, Warschau und Berlin – Routen in den Westen ................... 85

2.3.1.2 Budapest, Galatz, Constantinopel, Odessa – Routen in den Süden ............ 87

2.3.1.3 Kiew, Brest, Sankt Petersburg – Routen in den Osten ................................ 90

2.3.1.4 Fehlende Routen in den Norden ............... 92

2.3.2 Regionale Verbindungen. Die Aufschließung der Fläche .............................. 99

3 Mit der Eisenbahn durch Galizien: Der gelebte Raum ............................................ 107

3.1 Das Bild von Galizien in frühen Reiseberichten ............................................... 111

3.2 Aufbau der Reiseberichte und Umstände ihres Entstehens ............................... 113

3.2.1 Warmholz’ Eindrücke von Westgalizien:reizvolle Karpatenlandschaft, geschichtsträchtiges Krakau ........................... 115

3.2.2 Jandaureks Eisenbahnreise durch Galizien: Landschaft mit Eisenbahn, geborgene Fahrt ......... 116

3.2.3 Das Bild von den Bewohnern Galiziens ........118

3.3 Warmholz und Jandaurek als Wegbereiter des Tourismus in Galizien und Der Illustrierte Führer durch Galizien aus dem Jahr 1914 ........................ 119

3.4 Der Anteil der Eisenbahn am Entstehen eines veränderten Bildes von Galizien ...................................... 122

4 Schlussfolgerungen I. Abschnitt: Lemberg als Verkehrsknotenpunkt .................... 123

II. Abschnitt: Die Eisenbahn verändert die Stadt ............................................................. 129

1 Debatten rund um den Bau der ersten drei Lemberger Bahnhöfe: Die mentale Produktion des Raumes ................... 133

1.1 Bahnhof der Carl Ludwigs-Bahn (der spätere Hauptbahnhof), 1861 ................ 133

1.2 Czernowitzer Bahnhof, 1866.......................... 144

1.3 Bahnhof Podzamcze, 1869 .......................... 148

1.3.1 Das Memorandum aus dem Jahr 1865 ........................................................... 150

1.3.2 Die Stadtgemeinde setzt sich durch: Die Errichtungder Bahnstation Podzamcze im Bezirk Żółkiewski ....155

1.4 Städtebauliche Herausforderungen durch den Bauvon Bahnhöfen .................. 157

2 Die Wirkung der Eisenbahn auf die städtebauliche Entwicklung Lembergs: Die materielle Produktion des Raumes ..............159

2.1 Stadtentwicklung Lembergs am Beginn der Habsburgerzeit ............................ 160

2.2 Die Bahnhöfe Lembergs und ihr Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung … 166

2.2.1 Bahnhöfe als Magneten: Die Konzentration städtebaulicher Entwicklung auf das westlich der Innenstadt gelegene Territorium .................................... 167

2.2.2 Die Bahnstation Podzamcze und ihre Wirkung auf die Entwicklung der Żółkiewer Vorstadt ............................ 180

2.2.3 Die ambivalente Wirkung des Eisenbahnbaus auf die städtebauliche Entwicklung Lembergs. Ein Zwischenresümee ......... 187

2.3 Der Einfluss der Eisenbahn auf die wirtschaftliche Entwicklung Lembergs .... 190

2.3.1 Die Eisenbahn als Triebkraft wirtschaftlichen Wandels ................................ 200

3 Pläne zur Schaffung Groß Lembergs: Die schöpferische Produktion des Raumes … 207

4 Schlussfolgerungen II. Abschnitt: Die Eisenbahn verändert die Stadt .................... 217

III. Abschnitt: Grenzraum in der Stadt: Der Lemberger Hauptbahnhof .......................... 221

Theoretische Einführung: Der Lemberger Bahnhof als Grenzraum der Stadt: Jurij Lotmans „semiotischer Raum“ und der „Begriff der Grenze“ ........................... 224

1 Architektur und Funktion des Bahnhofs: Die mentale und materielle Produktion des Raumes ...... 226

1.1 Die architektonische Gestaltung des ersten (1861) und zweiten (1904) Lemberger Bahnhofs ........................ 226

1.1.1 Der erste Lemberger Bahnhof (1861): Aushängeschild der Carl Ludwig-Bahngesellschaft? ................................ 227

1.1.2 Der zweite Lemberger Bahnhof (1904) – ein Prestigeobjekt ......................... 236

1.1.3 Fassadengestaltung .......................... 248

1.2 Der Bahnhof: Zwischen Fürsorge und Reglementierung .................................. 253

1.2.1 Bahnhofs-Utopie um 1900: Hans Schmidkunz’ „Zur Ästhetik der Verkehrsbauten“ ................................... 253

1.2.2 Der zweite Lemberger Bahnhof: ein Ort zum Wohlfühlen ............................ 255

1.2.3 Ort der Reglementierung ............................ 262

2 Der Lemberger Bahnhof als Ort politischer Inszenierung und literarischerSymbolisierung: Die schöpferische Produktion des Raumes .................................. 264

2.1 Der Bahnhof als Bühne: Die Feierlichkeiten zur Eröffnung des ersten (1861) und zweiten (1904) Lemberger Bahnhofs ...264

2.1.1 Die Eröffnung des neuen Lemberger Hauptbahnhofs im Jahr 1904 .............. 267

2.1.2 Der Lemberger Bahnhof als Ort politischer Inszenierung. Ein Zwischenresümee ........ 270

2.2 Der Lemberger Hauptbahnhof in der Literatur ................. 272

2.2.1 Karl Emil Franzos’ Von Wien nach Czernowitz (1875): Verortung des Lemberger Bahnhofs in „Halb-Asien“ ... 272

2.2.2 Alexander Granachs Autobiographie Da geht ein Mensch (1943): Der Lemberger Bahnhof als Sinnbild für Aufbruch und Emanzipation ........ 278

2.2.3 Józef Wittlin: Mój Lwów (1946) / Mein Lemberg (1994 Deutsch): Der Lemberger Bahnhof als Refugium .......281

2.2.4 Bezug der drei Texte zur Theorie Jurij Lotmans ........................................... 284

3 Einzigartiger Lemberger Hauptbahnhof? Ein Vergleich zum Hauptbahnhof in Krakau .......... 285

4 Das Schicksal des Bahnhofs nach 1914 ............... 301

5 Schlussfolgerungen III. Abschnitt: Grenzraum in der Stadt: Der Lemberger Hauptbahnhof ....................... 304

Resümee ........................................... 311

Anhang ............................. 319

English Abstract: Railway and Urban Development in Central Europe: The Case of Lemberg (Lwów, L’viv) ..................... 319

Conclusions ............................................................. 320

Quellen- und Literaturverzeichnis .................  321

Ungedruckte Quellen ............................... 321

Zeitungen und Zeitschriften ....................... 322

Gedruckte Quellen ................................. 322

Lexika, Nachschlagewerke, Spezialbibliographien und Atlanten .............................. 324

Sekundärliteratur ................................. 324

Personenregister .................................. 333

Register geografischer Begriffe ................... 337