Ann: Rosl und Paul Arnsberg-Preis / Arno Lustiger-Förderpreis zur Erforschung jüdischen Lebens in Frankfurt am Main

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Rosl und Paul Arnsberg-Preis zum fünften Mal ausgelobt
Erstmals Arno Lustiger-Förderpreis ausgeschrieben

Die jüdischen Bürger Frankfurts haben traditionell eine herausragende Rolle bei der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in der Stadt gespielt. Sie haben in hohem Maße die mäzenatische Tradition Frankfurts geprägt und aus der Mitte der Bürgerschaft heraus zahlreiche wegweisende Einrichtungen auf den Weg gebracht, die der Stadt Frankfurt in ihrer Gesamtheit von hohem Nutzen waren und den Fortschritt der Stadtgesellschaft gefördert haben. Das Bewusstsein dafür zu schärfen und die Kenntnis darüber zu mehren ist der Zweck des Rosl und Paul Arnsberg-Preises und des Arno Lustiger Förderpreises im Rahmen des Rosl und Paul Arnsberg-Preises der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Der Preis wurde anlässlich des 100. Geburtstages von Rosl Arnsberg am 2. Juni 2008 gestiftet und wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. Rosl und Paul Arnsberg stehen als jüdische Bürger Frankfurts für ein Lebenswerk im Dienste der Aufarbeitung und Bewusstmachung des historischen Erbes der jüdischen Bürger Frankfurts. Unermüdlich hat Paul Arnsberg in der Nachkriegszeit historische Forschungen über die Rolle der Juden in Frankfurt und Hessen angestellt und dazu Standardwerke von hohem wissenschaftlichem Rang verfasst. Seine Frau Rosl Arnsberg hat ihn dabei nachhaltig unterstützt.

Der Historiker und Publizist Prof. Dr. Arno Lustiger hat ebenfalls maßgeblich zur Erforschung jüdischen Lebens, insbesondere des jüdischen Widerstandes, beigetragen. Seiner Initiative war die Stiftung des Rosl und Paul Arnsberg-Preises mit zu verdanken, er übernahm auch den Ehrenvorsitz der ersten Preisvergaben. Sein besonderes Augenmerk galt dabei den Arbeiten von Nachwuchs-wissenschaftlern. Im Andenken an Prof. Dr. Arno Lustiger (1924 – 2012) ergänzt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft daher 2016 den Rosl und Paul Arnsberg-Preis erstmals um den Arno Lustiger-Förderpreis im Rahmen des Rosl und Paul Arnsberg-Preises. Dieser wird im Unterschied zum Rosl und Paul Arnsberg-Preis für eine Dissertation bzw. ein Dissertationsvorhaben vergeben.

Die Preise werden vergeben für herausragende Arbeiten zur Geschichte der jüdischen Bürger Frankfurts. Ausgezeichnet werden können sowohl bereits vorliegende Publikationen als auch Vorhaben in diesem Bereich. Die eingereichten Arbeiten oder Vorhaben müssen dem Standard wissenschaftlicher Methoden genügen. Die Arbeiten sollen neue Erkenntnisse über die Geschichte der Frankfurter Juden enthalten oder die Gewinnung entsprechender neuer Erkenntnisse erwarten lassen. Kandidaten können sich mit bereits verfassten Arbeiten oder mit einem geeigneten Vorhaben selbst um den Preis bewerben.

Beide Preise werden alle zwei Jahre in einem gemeinsamen Verfahren ausgeschrieben. Für die Bewerbung gelten dieselben Fristen, die Beschlussfassung über die Preisträger findet in einer gemeinsamen Jurysitzung statt, und auch die Preisvergabe erfolgt in einer gemeinsamen Veranstaltung.

Der Rosl und Paul Arnsberg-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Arno Lustiger Förderpreis im Rahmen des Rosl und Paul Arnsberg-Preises mit 3.000 Euro. Beide werden in einem öffentlichen Festakt vergeben. Die Preisverleihung findet am 8. Dezember 2016 in Frankfurt am Main statt.

Die Auswahl unter den Bewerbern trifft eine Jury unter Vorsitz von Dr. Mirjam Wenzel (Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt am Main). Der Jury gehören ferner an: Dr. Gad Arnsberg (Historiker), Dr. Evelyn Brockhoff (Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte), Dr. Roland Kaehlbrandt (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft) und Walther von Wietzlow (Präsident der Polytechnischen Gesellschaft e.V.).

Bewerbungsschluss ist der 3. Juni 2016.

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Stiftung Polytechnische Gesellschaft

Dr. Katharina Uhsadel

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