CS: Das Lesen von barocken Kirchenräumen aus kulturgeschichtlicher Sicht [M. Romberg, 2018]

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Die Lehrveranstaltung bietet eine Einführung in die Kenntnis zentraler Quellen und Ressourcen sowie transdisziplinärer Ansätze aus der Geschichte und Kunstgeschichte zum Umgang mit Kirchenräumen als historische Quelle sowie insbesondere von Bildquellen im Kontext der Erforschung des frühneuzeitlichen Frömmigkeitswesen. Besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bildwelt innerhalb kirchlicher Räume (Fresken, Altäre, Votivgaben etc.). In nachtridentinischer Zeit ist als zentraler Austragungsort von Herrschafts-, Macht- und Bilddiskursen die Kirche anzusehen. Die Kirche als ein zentraler öffentlicher Ort, zu dem jeder regelmäßig ging, jeder Zugang hatte und der multifunktional Verwendung fand, wurde im 17./18. Jh. barock umgebaut. Dieser barocke Umbau der Kirche zu einer allgegenwärtigen Schau- und Lehrbühne machte sich die geistliche und weltliche Obrigkeit zu Nutzen, um zum einen Herz und Verstand der Untertanen konfessionell zu beeinflussen/zu stärken und zum anderen die Kirche und insbesondere die Bildprogramm zu ihrem persönlichen Repräsentations- und Frömmigkeitsort zu machen. Die LV wird die Rolle der Auftraggeber (Patronatsherr, Pfarrer, Bruderschaften) und des Künstlers in der Schaffung dieser Räume ebenso diskutieren, wie die Nutzung dieser Räume durch die Öffentlichkeit (Prozessionen, Andachten, Grabstätte, Stiftungen etc.). Alltags-, religions- und sozialgeschichtliche Aspekte erweitern den transdisziplinäre Zugriff auf das Quellenmaterial. Als Quellen dienen in erster Linie Kirchenräume aus der Datenbank "Erdteilallegorien im Barockzeitalter" (http://erdteilallegorien.univie.ac.at).